Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Heilige

Von: Dr. Norbert Hörberg (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Verehrung von Heiligen beginnt mit dem Kult der Märtyrer, in Augsburg mit dem der heiligen Afra, ihrer Mutter Hilaria und ihrer Gefährtinnen Digna, Eunomia und Eutropia. Menschen, die sich durch ein christliches Leben besonders ausgezeichnet hatten, wurden zunächst spontan (’per viam cultus’) verehrt. Bald wurde die Erhebung ihrer Gebeine feierlich vollzogen. Schließlich kam es zum Verfahren der förmlichen Heiligsprechung, das dem Papst vorbehalten ist. Die Kanonisation Bischof Ulrichs (I.) von Augsburg am 3.2.993 gilt als erste historisch beglaubigte Heiligsprechung überhaupt. Der Kult Bischof Simperts wurde 1450 nur für das Kloster St. Ulrich und Afra, 1622 für das ganze Bistum erlaubt. Afra, Ulrich und Simpert sind die drei Diözesan-Heiligen. Bischof Adalbero und Abt Egino von St. Ulrich und Afra wurden zeitweilig in Augsburg verehrt und dürfen als Selige (lokale Heilige) gelten. Adelheid, Gemahlin Kaiser Ottos I., machte sich um den Bau des Augsburger Doms verdient und wurde nach ihrer Heiligsprechung 1097 in Augsburg besonders verehrt. Als volkstümliche Heilige werden verehrt Radegundis, die Magd auf Schloss Wellenburg, und Wolfhard, der Einsiedler. Der Jesuit Petrus Canisius, der 1925 heiliggesprochen wurde, wirkte 1559-1566 als Augsburger Domprediger. Zahlreiche Kirchen und Kapellen in Augsburg stehen unter dem Patronat von Heiligen, ihre Reliquien ruhen in den Altären oder in kostbaren Schaugefäßen.

Lexikon für Theologie und Kirche 5, 21960, 104-108, 142-144; 9, 1964, 642-644; Walter Pötzl, Augusta Sacra, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 9 (1975), 19-75; Hans D. Leicht, Heilige in Bayern, 1993, 32-80.



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