Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Gundelach

Matthäus, * um 1566 Kassel oder Großalmerode ?, † Oktober 1653 / Februar 1654 Augsburg, Maler, Zeichner

Von: Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Erste Ausbildung wohl am Hof Wilhelms IV. von Hessen-Kassel. Spätestens 1593 in Prag ansässig, wo er 1609 als Kammermaler Rudolfs II. Joseph Heintz d. Ä. nachfolgte, dessen Witwe er 1610 heiratete. Ließ sich nach Engagements an Württemberger Fürstenhöfen 1617 in Augsburg nieder, wo er durch seine Frau das Bürgerrecht und seit 1615 eine Wohnung besaß. Seine Stiefsöhne Joseph d. J. und Ferdinand Heintz gingen wie sein eigener Sohn Matthäus d. J. bei ihm in die Lehre. Aufgrund seiner protestantischen Überzeugung, die für sein Amt als kaiserlicher Hofmaler offenbar kein Hindernis war, wurde er während der Besetzung Augsburgs durch die Schweden 1632-1635 in den Großen Rat berufen, dem er ab 1649 erneut angehörte. Ab 1625 in zunehmendem Maße Zeichnungen für Kupferstecher, vor allem für Lukas und Wolfgang Kilian. Sein malerisches Hauptwerk sind drei große Bilder (Belehnung Herzog Moritz’ von Sachsen mit der Kurfürstenwürde durch Karl V. auf dem Geharnischten Reichstag 1548), 1622-1624 für das westliche Fürstenzimmer des Rathauses gemalt und seit 1985 wieder dort eingesetzt. In Grisaille gemalte Emporenbilder in der Barfüßerkirche (ab 1649; 1944 zerstört) und in evangelisch Heilig Kreuz (erst nach seinem Tod eventuell von Matthias Strasser nach seinen Entwürfen vollendet). Zeichnerisches Hauptwerk: ’Geistliche Uhr’, ein protestantisches Erbauungsbuch mit 60 kleinen Zeichnungen (1651; Kupferstichkabinett Berlin, Inv. Nr. 79 C 12). Außer den Belehnungsbildern und den dazugehörigen halbfigurigen Allegorien in den Kunstsammlungen Augsburg ein Bildnis Gustavs II. Adolf, eine Kupfertafel und sieben Zeichnungen.

Elisabeth Bender, Matthäus Gundelach, Diss. Frankfurt/Main 1981.



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