Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Guckkastenblätter

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Kolorierte Kupferstiche (vereinzelt auch Lithographien) von einheitlich 27-28 cm Höhe und 40-42 cm Breite mit Ansichten von Städten, Landschaften, Katastrophen, Schlachten, biblischen Szenen, Szenen aus Mythologie und Sagenwelt etc., die mit Hilfe eines Holzkastens betrachtet wurden, an dessen Vorderseite ein Guckloch mit einer Sammellinse angebracht war (Guckkasten), wobei die Optik die Illusion dreidimensionaler Bilder hervorrief. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts galten die von Ort zu Ort ziehenden ’Guckkästner’ auf Jahrmärkten als Attraktion; stationäre Guckkästen mit teils üppiger Ausstattung waren ein beliebtes Bildungsspielzeug in wohl-habenden Familien. Um 1765 griffen Augsburger Kunstverleger die aus Paris und London kommende Neuheit der Guckkastenblätter auf; Augsburg wurde zum wichtigsten Druckort von Guckkastenblättern, die sonst nur noch in Paris, London und Bassano (Oberitalien) produziert wurden (im späten 19. Jahrhundert auch Berlin). Bedeutende Verleger von Guckkastenblättern in Augsburg waren Georg Balthasar Probst (1766-1790, mindestens 340 Blätter; Jeremias Wolff), die Franciscische Akademie (ab 1790: ’Akademische Kunsthandlung’, 1770-1795, mindestens 520) und Joseph Carmine (1808-1828, mindestens 150).

David Robinson, Augsburg peepshows, in: Print quarterly 5 (1988), 188-191; Thomas Ganz, Die Welt im Kasten, 1994; Der Guckkasten, 1995; Wolfgang Seitz, Augsburger Guckkastenblätter, in: Augen Blick mal, 1995, 22-24.



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