Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Grundbesitz außerhalb der Stadt

Von: Prof. Dr. Rolf Kießling (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Seit Mitte des 13. Jahrhunderts verfügten Bürger auch außerhalb der städtischen Gemarkung über Grundbesitz und Grundherrschaften, die Stadt und Land, ähnlich wie dies für die Stifte, Klöster und Spitäler galt, verklammerten. Die frühesten Nachweise betreffen dabei vor allem der Ministerialität entwachsene Familien (z. B. Schongauer 1253/59 in Bobingen, Langenmantel 1295 in Zusmarshausen). 1276 bestätigte König Rudolf von Habsburg im Zusammenhang mit der Anlage des Stadtrechts auch die Lastenfreiheit des Bürgerbesitzes außerhalb der Stadt, d. h. gegenüber anderen Herrschaftsträgern; 1316 wurde dies von Kaiser Ludwig IV. nochmals bestätigt. Der Aufbau grundherrschaftlicher Besitzkomplexe setzte sich im 14./16. Jahrhundert verstärkt fort, wobei die Erwerbstendenz auch die jüngere Schicht der Kaufleute und Unternehmer erfasste. Der räumliche Umkreis erstreckte sich auf das Gebiet bis zum Mindeltal im Westen, zur Donau im Norden und bis zum Raum Buchloe im Süden, der Lech dagegen wurde nur selten überschritten. 1492 besaßen Augsburger Bürger allein in der Markgrafschaft Burgau 573 Feuerstätten. Die Erwerbstendenz kulminierte im großangelegten Erwerb der Fugger in Mittelschwaben; obwohl im 16. Jahrhundert der Höhepunkt erreicht war, lassen sich viele weitere Beispiele bis ins 18. Jahrhundert verfolgen (z. B. Stetten in Hammel, Langenmantel in Westheim, Rehlinger in Hainhofen, Horgau etc.). Trotz vielfältiger Verbindungen von Handel und Grundbesitz (Kapitalrücklagen, Sicherheiten) überwog nicht selten eine Tendenz zur Aristokratisierung und eine Verlagerung der Interessen auf das Land.

Das Bistum Augsburg 2-10, 1862-1940; Klaus Fehn, Wertingen, 1967; Rolf Kießling, Bürgerlicher Besitz auf dem Land, in: Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 1, 1979, 121-140; Joachim Jahn, Augsburg Land, 1984; Rolf Kießling, Augsburger Bürger, Klöster und Stifte als Grundherren, in: Jahresbericht des Heimatvereins für den Landkreis Augsburg 1985/86, 99-120; Ders., Höfe, Zehnten, Schlößchen, in: Bobingen und seine Geschichte, 1994; 167-182; Hans Bauer, Schwabmünchen, 1994.



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