Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Gross

Heinrich, * 6.11.1835 Szenic (Ungarn), † 31.1.1910 Augsburg, Rabbiner

Von: Hans K. Hirsch (Stand: 23.3.2010)

  • Heinrich (Henri) Gross begann seine Ausbildung als Schüler von Rabbi Judah Aszód und schloss sie am Rabbinerseminar in Breslau ab. SeinStudium in Halle beendete er mit einer Dissertation über Leibniz, für dieer den Universitätspreis erhielt. Während seiner zweijährigen Tätigkeit als Privatlehrer für Baron Horace Günzburg in Paris sammelte er in der Bibliothèque nationale Material für sein Hauptwerk ’Gallia Judaica. Dictionnaire géographique de la France d’après les sources rabbiniques’ (1897). 1869 ging er nach Berlin, wo er Kontakt mit Leopold Zunz (Yom Tov Lipman Zunz) aufnahm, der sich mit der kritischen Erforschung rabbinischer Literatur und des jüdischen gottesdienstlichen Ritus beschäftigte. 1870 wurde Gross Rabbiner in Groß-Strelitz in Schlesien, wo er 1871 Anna Kohn (* 9.12.1851 Krotoschin/Posen, † 25.10.1910 Augsburg) heiratete. 1875 wurde er Distriktsrabbiner in Augsburg, wo als Nachfolger des dort mitunter unglücklich agierenden Dr. Jakob Hirschfeld eine integrative Persönlichkeit gesucht worden war. Gross publizierte trotz seiner schwierigen Aufgabe weiterhin in zahlreichen Zeitschriften (v.a. über bedeutende Juden in Frankreich), referierte im Historischen Verein für Schwaben über Christoph von Stadion und die Reformation, hielt die Festrede zum 600-jährigen Jubiläum von Albertus Magnus und analysierte die spätmittelalterliche Mystik Davids von Augsburg und Bertholds von Regensburg. Gegen Ende seines Lebens verfasste er ein ’Lehrbuch der israelitischen Religion für die oberen Klassen der Mittelschulen’ (1904).

The Universal Jewish Encyclopedia 5, 1969, 104; JewishEncyclopedia.com.



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