Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Grimm

Sigmund (Grym), * um 1480 Zwickau ?, † vor Oktober 1530 Augsburg, Arzt, Apotheker, Druckherr

Von: Dr. Hans-Jörg Künast (Stand: 23.08.2010)

  • Studium in Basel und Freiburg/Breisgau. Ließ sich 1507 in Augsburg nieder, wo er bald als Stadtarzt Anstellung fand. Verheiratet mit Margarete, der Tochter Peter Welsers, und damit verwandt mit Konrad Peutinger. Finanzierte 1517 zusammen mit Markus Wirsung die Einrichtung einer Druckerei. Bis zu Wirsungs Tod 1521 war das Druckerprogramm auf anspruchsvolle lateinische und humanistische Literatur ausgerichtet. Für die Buchillustration konnte der sogenannten Petrarca-Meister gewonnen werden, dessen Identität noch immer nicht restlos geklärt ist (Hans Weiditz). 1522 änderte sich das Verlagsprogramm entscheidend; fortan stand die Druckerei ganz im Dienst der Reformation. Wirtschaftliche Schwierigkeiten führten dazu, dass die Drucke zunehmend unter dem Namen des Faktors Simprecht Ruff erschienen, der den laufenden Betrieb der Offizin wohl schon seit 1517 beaufsichtigte. Mit dem Bankrott von Grimm 1527 stellte die Druckerei ihren Betrieb ein. Mindestens 350 Drucke sind nachgewiesen.
  • Grimmstraße (Links der Wertach-Nord, Amtlicher Stadtplan I 7).

Karl Schottenloher, Der Augsburger Verleger Sigmund Grimm und sein Geschäftszusammenbruch im Oktober 1527, in: Der Sammler 11 (1921), 344 f.; Ernst Theodor Nauck, Dr. Sigmund Grimm, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 59/60 (1969), 311-319; Josef Benzing, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet, 21982, 16; Robert Steiner / Josef Bellot, Zur Herkunft von Dr. Sigmund Grimm, Arzt und Drucker zu Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 76 (1982), 183-186; Hans-Jörg Künast, „Getruckt zu Augspurg“. Buchdruck und Buchhandel in Augsburg zwischen 1468 und 1555, 1997; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997.



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