Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Grieninger

Peter (Griminger), 15. Jahrhundert, Schreiber, Spruchdichter

Von: Dr. Christoph Roth (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Eine deutschsprachige Handschrift, die um 1464 wohl für den Augsburger Bürger Wilhelm von Zell zusammengestellt wurde (Bayerische Staatsbibliothek München, Cgm 270) und vor allem Sprüche, Priameln und Mären beinhaltet, enthält auf Bl. 57-59 ’Ain spruch von sant Sebastian und von unser lieben fräwen und von der bestilentz’. Als Verfasser nennt sich am Ende des 124 Reimpaarverse umfassenden Gedichts ein Peter Groninger. Das Werkchen besteht aus einem Sündenbekenntnis des Autors vor aller Welt, einer Anrufung Mariens um Fürsprache, einem Appell an den Pestheiligen Sebastian sowie einer Ermahnung an den Leser bzw. Hörer zur rechtzeitigen Umkehr. Als Anlass für die Zerknirschung wird die ’pestilentz, die iecz jn disser welt regniert’ (die in Augsburger Chroniken für 1438 belegte?) genannt. Der Autor ist möglicherweise identisch mit dem mehrfach in Augsburger Handschriften bezeugten Schreiber Grieninger (Bayerische Staatsbibliothek München, Clm 4721, Cgm 5241, Cgm 354; Sächsische Landesbibliothek Dresden, M 68). Hinsichtlich der eigenen Produktion bleibt Grieninger mit dem einen überlieferten Pestgedicht quantitativ und qualitativ weit hinter seinen Augsburger Zeitgenossen Hans Schneider und Hans Raminger (beide auch in Cgm 270 vertreten) zurück.

Friedrich Wilhelm, Peter Grieninger, in: Münchner Museum für Philologie des Mittelalters und der Renaissance 1, 1912, 235-240; Hanns Fischer, Studien zur deutschen Märendichtung, 21983, 213; Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 3, 21981, 262 f.



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