Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Gombart

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 24.8.2009)

  • 1794 zog der Fürstlich Solms-Braunfels’sche ‚Kommissionsrat’ und Notenstecher Johann Carl Gombart (* 4.4.1752 Braunfels, † 9.1.1816 Augsburg) von Basel, wo er zwischen 1782 und 1792 im dortigen Orchester auch als Flötist gewirkt hatte, nach Augsburg, die Heimatstadt seiner Frau, Johanna Wilhelmina von Hösslin. Bereits 1793 hatte er das Bürgerrecht und die Erlaubnis zum Betreiben einer Notenstecherei und eines Verlags erhalten, die er in der Karolinenstraße 21, dem einstigen Bankhaus der Welser, einrichtete. Im Gegensatz zu dem ebenfalls in Augsburg ansässigen Konkurrenten Lotter, der sich vorwiegend auf katholische Kirchenmusik spezialisiert hatte, setzte Gombart auf ein vielseitiges Verlagsprogramm, das kaum eine Gattung unberücksichtigt ließ und so den Bedürfnissen weiter Bevölkerungskreise Rechnung trug. 1799 ließ er sich von den Brüdern Theobald und Georg Senefelder eine Steindruckerei (Lithographie) einrichten und gab im gleichen Jahr den wohl ersten lithographischen Musikdruck Augsburgs heraus. Ab 1804 wandte er sich allerdings wieder dem Notenstechen zu. Seit 1794 erschienen bei Gombart u. a. zahlreiche Erst- oder Frühdrucke von Werken Joseph und Michael Haydn sowie Wolfgang Amadé Mozart, zwischen 1802 und 1811 gab er sieben Originalausgaben von Werken Carl Maria von Webers heraus. Nach seinem Tod führten seine Söhne Carl (* 15.11.1786 Basel, † 13.11.1864) und Wilhelm (* 21.3.1796 Augsburg, † 26.6.1859 Augsburg) die Verlagshandlung zunächst gemeinsam weiter, bis Letzterer 1825 die alleinige Leitung übernahm. 1829 trennte er den Musikverlag vom Sortimentsgeschäft und assoziierte mit den Besitzern der J. Wolffschen Verlagsbuchhandlung, Friedrich Georg Carl Kollmann und Johann Peter Himmer (‚Gombart & Compg. Musikalien-Sortiments-Handlung’). Den Verlag und den Musikalienverleih führte er allein weiter. 1831 erhielt er die Erlaubnis zur Errichtung einer lithographischen Anstalt, seither konsequente Umstellung der Notenproduktion vom teuren Notenstich auf die inzwischen ausgereifte und billigere Lithographie. 1836 beendete Wilhelm Gombart seine Tätigkeit als Musikverleger, führte jedoch die Handlung bis Mitte 1840 fort. Zwischen 1794 und 1836 entstanden rund 1000 Verlagsprodukte. 1838 Erwerb der Anwesen Lit. D 186, 187, 198 (Ludwigstraße 19, Theaterstraße 8).

Josef Mančal, Augsburger Musikleben, in: Aufbruch ins Industriezeitalter 2, 1985, 545 f.; Ders., Zum Augsburger Druck-, Verlags- und Handelswesen im Musikalienbereich am ausgehenden 17. und im 18. Jh., in: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 904-907; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 1298 f.; Hans Rheinfurth, Musikverlag Gombart Basel – Augsburg (1789-1836), 1999; Die Musik in Geschichte und Gegenwart 7, 22002, 1291-1293.



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