Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Glaspalast

(Otto-Lindenmeyer-Straße 30)

Von: Prof. Wilhelm Ruckdeschel / Günther Grünsteudel (Stand: 21.3.2011)

  • Fünfgeschossiger Spinnerei-Hochbau im Werk IV (Aumühle) der Mechanischen Baumwoll-Spinnerei und Weberei, (SWA) 1910 zusammen mit dem Weberei-Flachbau nach Plänen des Stuttgarter Industriearchitekten Philipp Jakob Manz errichtet. Bedeutendes Industriedenkmal aus der Zeit zwischen Historismus (Fabrikschloss) und Funktionalismus. Erster Stahlskelett-Großbau Deutschlands, ausgeführt von Thormann & Stiefel (Walter-Bau AG). Das Rasterprinzip erlaubte es, die Fassaden in weite Fensterflächen aufzulösen. Auf der nördlichen Schauseite asymmetrisch der Treppen- und Wasserturm mit Glockenhaube, östlich Aufzugs- und Staubturm. Im südlich anschließenden Maschinenhaus trieb eine 5000 PS-Dampfmaschine (3700 KW) durch den ’Seilgang’ die Stockwerkstransmissionen an. 1954 Elektrifizierung des Maschinenparks. Nach dem Konkurs der SWA im Jahr 1988 erwarb die Stadt Augsburg das Gelände samt dem denkmalgeschützten Hochbau. 1999 kaufte der Bauunternehmer Ignaz Walter (Walter-Bau-AG) den Glaspalast und ließ ihn aufwendig sanieren. Das erste und zweite Obergeschoss beherbergen das Kunstmuseum Walter. Im Erdgeschoss sind seit 2006 das 'H2 - Zentrum für Gegenwartskunst' der Stadt Augsburg und die 'Staatsgalerie Moderne Kunst', eine Zweiggalerie der Pinakothek der Moderne in München, die Mieter.

Astrid Debold-Kritter, Augsburg in frühen Photographien 1860-1914, 1979, 181-183; Wilhelm Ruckdeschel, Technische Denkmale in Augsburg, 1984, 117-121; Astrid Debold-Kritter, Das Textilviertel in Augsburg, in: Beiträge zur Denkmalkunde, 1991, 223-226; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 346-349; Wilhelm Ruckdeschel, Industriekultur in Augsburg, 2004, 97-102; Karl Ganser, Industriekultur in Augsburg, 2010, 122-125. .

Glaspalast (Foto: Norbert Liesz)



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