Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Giltlinger

(Giltinger, Gültlinger), Maler- und Glasmalerfamilie

Von: Dr. Tilman Falk (1, 3) / Jürgen Wagner (2) (Stand: 21.5.2013)

  • 1) Gumpold, † 1522 Augsburg. Seine Aktivitäten lassen sich fast nur aus archivalischen Nachrichten zu kirchlichen Werken rekonstruieren, die Hochschätzung und eine blühende Werkstatt vermuten lassen. 1483-1500 nahm er Lehrknaben auf. 1481 Auftrag für eine Altartafel im Dom. Ab 1493 hauptsächlich für St. Ulrich und Afra tätig (Fresken im Refektorium, Glasmalerei), offenbar eng verbunden mit der Werkstatt Hans Holbeins d. Ä. Davon erhalten sind lediglich Reste von Glasfenstern und Fragmente eines Altars. Sein gleichnamiger Sohn († 1547 Augsburg) erhielt 1520 das Meisterrecht; Werke von ihm sind nicht bekannt.
  • 2) Andreas, 16. Jahrhundert Augsburg. Verwandtschaftsverhältnis zu 1) unklar. 1563 in Augsburg als Meister bezeugt, hatte die Meistergerechtigkeit von seinem Vater Florian Giltlinger übernommen. Erhielt 1580 einen Auftrag des Bischofs von Brixen über 50 Glasgemälde für das bischöfliche Schloss Feldthurns, von denen zwei Scheiben erhalten sind. 1583/84 schuf er für Octavian Secundus Fugger 16 Glasfenster für dessen Haus am Weinmarkt (Maximilianstraße).

  • 3) Christoph (I), Lebensdaten unbekannt. Sohn von Gumpold II. Ab 1554 Lehre bei Christoph Amberger, 1572 Meister. Erhielt 1586 den Auftrag für einen schon von Paul von Stetten erwähnten Michaelaltar für die Fuggerkapelle in St. Ulrich und Afra, der aber bereits im 17. Jahrhundert entfernt wurde. Bis 1596 sind drei Söhne als Lehrlinge dokumentiert; keine Werke sind bekannt.

(1) Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 14, 1921, 53-55; Alfred Stange, Deutsche Malerei der Gotik 8, 1957, 56 f.; Günther Thiem / Christian Beutler, Hans Holbein d. Ä., 1960, 163-169; Tilman Falk, Notizen zur Augsburger Malerwerkstatt des älteren Holbein, in: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 30 (1976), 3-20; Allgemeines Künstlerlexikon 54, 2007, 266.
(2) Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 14, 1921, 53; Norbert Lieb, Octavian Secundus Fugger und die Kunst, 1980.
(3) Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, S. 236; Tilman Falk, Vom Weberhaus zum Rathaus. Zeichnungen und Biographisches aus Johann Matthias Kagers Augsburger Zeit (Teil I), in: Münchner Jahrbuch der Bildenden Kunst, 3. Folge, 59, 2008, 141 (Anm. 29).



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