Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Giesecke

Karl Ludwig (eig. Johann Georg Metzler), * 6.4.1761 Augsburg, † 5.3.1833 Dublin, Schauspieler, Theaterdichter, Mineraloge

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 13.1.2012)

  • Sohn eines Schneiders. Besuchte das Gymnasium bei St. Anna. Studierte ab 1781 zunächst Theologie, dann Mineralogie und Jurisprudenz in Göttingen. Schloss sich 1783 in Bremen einer wandernden Theatertruppe an und spielte in der Folge unter dem Pseudonym Giesecke. 1786 Auftritt in Augsburg. Ging 1789 zu Emmanuel Schikaneder nach Wien. Dort mehr als Theaterdichter eingesetzt, verlegte er sich vor allem auf Travestien und Ritterstücke. Übersetzte und bearbeitete auch zahlreiche Libretti, darunter Wolfgang Amadé Mozarts 'Le Nozze di Figaro’ (1793) und ’Così fan tutte’ (1794). Seine (Mit-)Verfasserschaft des Textbuches von Mozarts 'Zauberflöte' (1791) wurde viel diskutiert, aber nicht erwiesen. 1800 erhielt er die Zulassung als Mineralienhändler und bereiste in der Folge Deutschland, Dänemark, Norwegen und Schweden. Wurde zum preußischen Bergrat ernannt und gründete in Kopenhagen eine Mineralogenschule. 1806-1813, als erster Deutscher, ausgedehnter Forschungsaufenthalt in Grönland. 1813 Professor der Mineralogie in Dublin, später Vizepräsident der Royal Irish Academy. 1814 Ritter des Danebrog-Ordens (1818 Kommandeur). 1817-1819 reiste er nach Kopenhagen, Augsburg, Wien und Italien und kehrte anschließend nach Irland zurück. Zahlreiche, z. T. grundlegende wissenschaftliche Publikationen. Nach Giesecke wurde ein Mineral (’Gieseckit’) benannt.
  • Gieseckestraße (1973, Kriegshaber, Amtlicher Stadtplan G 7; zuvor seit 1917 Bergstraße).

Neue deutsche Biographie 6, 1964, 383 f.; Martin Kirchmayer, Ist der Mineralogieprofessor Karl Ludwig Giesecke der Mitautor des Librettos von Mozarts Zauberflöte, wie Felix Karl Ludwig Machatschki im Jahre 1960 mir gegenüber meinte, oder nicht?, in: Mitteilungen der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft 140 (1994), 119-123; Wolfgang Kunz, Ur-gestein. Karl Ludwig Giesecke - Schauspieler, Theaterdichter und Mineraloge, in: Ebbes 1996 H. 1, 30-32; Alfred Whittaker, Karl Ludwig Giesecke - his life, performance and achievements, in: Mitteilungen der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft 146 (2001), 451-479; Gerd Ibler, Karl Ludwig Giesecke - das Leben und Wirken eines frühen europäischen Gelehrten, in: ebenda 156 (2010), 37-114; Ders., Karl Ludwig Giesecke - zur Erinnerung an den Augsburger Theaterdichter, Forschungsreisenden und Mineralogen, in: Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben 115 (2011), 7-26.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0