Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Funck

Kaufmanns- und Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1488 bis Mitte des 16. Jahrhunderts in Augsburg nachweisbar; Herrenstube 1488; Aufnahme ins Patriziat 1538. Verschiedene Angehö­rige der Funck, die zum Patriziat von Schwä­bisch Gmünd zählten, ließen sich Mitte des 15. Jahrhunderts in Memmingen und Nördlingen nieder. Durch Heirat mit einer Tochter Lukas Herwarts erwarb Melchior († 1537/38), Sohn des Nördlinger Kaufmanns Caspar Funck, 1488 in Augsburg Bürgerrecht und Stubenfähigkeit. Als Vertreter der Kaufleutezunft gelangte er 1509 ins Gericht, 1516 in den Rat und zählte kurzfristig zum engeren Führungszirkel; bis um 1520 ist er als wichtiger Teilhaber der Memminger Funck-Gesellschaft bezeugt. Das Gewicht seiner Beteiligung wird deutlich, wenn die Quellen etwa von ’Melchior Funcken von Augspurg und seiner gesellschaft’ sprechen. Die Firma betrieb den üblichen Warenhandel oberdeutscher Firmen, wobei ein besonderes Engagement im Eisenhandel mit der Steiermark erkennbar ist. Vermutlich lagen Teile seines großen Vermögens (z. B. Erbe der Ehefrau, Depositen?) als Depositen in der Herwart-Gesellschaft. 1538 wurde der jüngere Sohn Leonhard ins Patriziat aufgenommen. Da er nicht ständig in Augsburg lebte und ohne männliche Nachkommen starb, schieden die Funck aber schon bald wieder aus dem Augsburger Patriziat aus. 1491 erwarb Lic. iur. Rembold Funck († nach 1522) aus Memmingen, Prokurator am bischöflichen Hofgericht, durch Heirat mit Elisabeth Gwerlich Augsburger Bürgerrecht und Stubenfähigkeit. Er trat der Salzfertigerzunft bei, um als Kaufmann tätig zu werden. Sein Handel mit Wein und Eisen war wenig erfolgreich: 1516 verließ er Augsburg.

Othmar Pickl, Das älteste Geschäftsbuch Österreichs, 1966; Richard Klier, Die Funck-Gesellschaft von Memmingen und Augsburg, in: Jahrbuch für Geschichte der oberdeutschen Reichsstädte 14 (1968), 121-126; Raimund Eirich, Memmingens Wirtschaft und Patriziat 1347-1551, 1971, 189-203; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983.



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