Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Fronleichnam

Von: Prof. Dr. Günther Kapfhammer / Prof. Dr. Peter Rummel (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1305 stiftete Katharina Ilsung ihr Vermögen der Augsburger Domkirche, um den Bestand dieses noch jungen kirchlichen Festbrauchs (seit 1264) zu sichern. Das erste Evangelium wurde deshalb lange Zeit am Haus der Stifterin gelesen. Sicher nachweisen lässt sich das Fronleichnamsfest seit dem frühen 15. Jahrhundert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ging nach der Chronik des Clemens Sender die Prozession vom Dom durch den Fronhof zum Perlach, um sich dort zu teilen. Nach der Lesung des letzten Evangeliums kehrten die Pfarrgemeinden in ihre Kirchen zurück. Während der Reichstage von 1500 bzw. 1530 nahmen Maximilian I. bzw. Karl V. am Augsburger Fronleichnamsfest teil, das 1533-1548 per Ratsdekret verboten war. In der paritätisch geführten Reichsstadt kam es in der Folgezeit zu einer Polarisierung im Festwesen. Fronleichnam war optischer Höhepunkt des katholischen Kirchenjahres. Nach der Eingliederung Augsburgs nach Bayern 1806 wurde das Fronleichnamsfest zu einem staatlich gestützten, von der Beamtenschaft mitgetragenen, zentralen städtischen Ereignis.

Rituale Augustanum, 1456; Johann Martin Christell, Augspurgische Kirchenhistorie, 1744; Paul von Stetten d. Ä., Geschichte der Hl. Röm. Reichs Freyen Stadt Augspurg, 1743-1758; Paul von Stetten d. J., Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762; Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 23; Alois Mitterwieser / Torsten Gebhard, Geschichte der Fronleichnamsprozession in Bayern, 21949; Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650 - 1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 98 f.; A. Häusling, Literaturbericht zum Fronleichnamsfest, in: Jahrbuch für Volkskunde NF 9 (1986), 228-240.



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