Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Fröschel

Von: Jürgen Wagner (1-3) / Ulrich Kirstein (4) (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Benedikt d. Ä., † 8.4.1547 Augsburg, Stadtarzt. Ausbildung in Faenza. Ließ sich Ende des 15. Jahrhunderts in Augsburg nieder. 1508 Stadtarzt. Heiratete 1515 in zweiter Ehe Anna Schober. Spezialgebiet: ’Harnsteinschneiden’.
  • 2) Benedikt d. J., * 1517 Augsburg, † 19.1.1574 Venedig, Stadtarzt, Alchemist. Erlernte die ärztliche Kunst bei seinem Vater 1). 1537 neben ihm Stadtarzt. 1538 Reise nach Faenza, 1541 Rückkehr nach Augsburg. Seit 1543 erneut Stadtarzt. Zu seinen Patienten gehörten der Ertbischof von Salzburg, Anton Fugger und Herzog Ernst von Bayern. 1567 finanzielle Verluste durch den Konkurs seines als Juwelier tätigen Bruders Stephan, für den er eine Bürgschaft übernommen hatte. 1571 ’Schnittarzt’ am Fuggerschen Spital. Hinwendung zur Alchemie, deshalb 1573 Reise nach Venedig, wo er am ’Fieber’ starb.
  • 3) Hieronymus, * 15.9.1527 Augsburg, † 28.11.1602 Augsburg, Jurist. 1538 Immatrikulation an der Universität Ingolstadt; zunächst Medizin-, ab 1543 Jurastudium. 1555 Promotion an der Universität Bologna. Seine Studien wurden von Anton und Hans Jakob Fugger finanziert. 1557-1567 freier Advokat, anschließend bis 1573 städtischer Gerichtsschreiber. Die Heirat mit einer Nichte seiner früheren Frau erzwang Amtsaufgabe und Weggang aus Augsburg; 1573-1577 Stadtadvokat in Donauwörth, 1577-1579 Kanzler von Markgraf Georg Friedrich von Ansbach, 1579-1587 Advokat der Reichsritterschaft in Franken. 1587 Rückkehr nach Augsburg, seitdem wieder städtischer Advokat. Verfasste eine Hauschronik der Familie Fröschel (Verbleib unbekannt).
  • 4) Daniel (Fröschl), * 1573 Augsburg, † 15.10.1613 Prag, Miniaturmaler. Sohn von 3). Erhielt seine Ausbildung wohl zuerst in Augsburg und bis 1599 unter Jacopo Ligozzi in den Werkstätten der Medici, in deren Diensten er in Pisa und Florenz tätig blieb. Auf Vermittlung Hans von Aachens 1603 Miniaturmaler am Hof Rudolfs II. in Prag. 1607 Antiquar am Prager Hof, seitdem kaum noch als Maler tätig. Schuf Illustrationen für naturwissenschaftliche Werke und fertigte Miniaturkopien von Renaissance-Malern wie Michelangelo und Correggio an. Trug erheblich zur ’Dürer-Renaissance’ am Prager Hof bei, indem er dessen Werke neben denen zeitgenössischer rudolfinischer Hofmaler bevorzugt kopierte.

(1-3) F. Roth, Benedikt Fröschel d. Ä. und d. J., der Alchymist, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 34 (1908), 149-159; Ders., Der Augsburger Jurist Hieronymus Fröschel und seine Hauschronik 1528-1600, in: ebd. 38 (1912), 1-82.
(4) Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 12, 1916, 516; E. Fucikovà, Die Malerei am Hofe Rudolfs II., in: Prag um 1600, 1988, 177-192; Dies., Die Kunst am Hofe Rudolfs II., 1988, 111-113; Rudolf II. und Prag, 1997.



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