Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Friedrich

Bischöfe von Augsburg

Von: Prof. Dr. Georg Kreuzer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Friedrich (I.) Spät (Speth) von Faimingen, † 14.3.1331 wohl Dillingen, Bischof von Augsburg 1309-1331. Entstammte einem edelfreien Geschlecht. 1291 – um 1295 Studium an der Universität Bologna. Seit etwa 1291 Domherr in Augsburg, 1299-1309 auch in Würzburg. Verhielt sich in den Auseinandersetzungen Kaiser Ludwigs IV. mit Papst Johannes XXII. zurückhaltend. Konnte nicht verhindern, dass das Hochstift während seiner Amtszeit einen wirtschaftlichen Niedergang erlebte. Bestätigte der Stadt am 19.10.1311 die von seinen Vorgängern urkundlich gewährten Freiheiten und Gewohnheiten. Schenkte dem Kloster St. Ulrich und Afra Güter und Rechte, setzte aber 1315 zugunsten seines Neffen den bisherigen Abt ab. Versuchte, die Lebensführung der Kanoniker von St. Moritz durch strenge Verfügungen zu bessern. Ließ durch eine wohl 1321 abgehaltene Bistumssynode 23 Kapitel zu Lebenswandel und Amtsführung der Priester beschließen. Übertrug den Dominikanern 1312/13 die ihnen benachbarte Niederlassung des aufgelösten Templerordens (St. Magdalena). Verbesserte durch Inkorporationen einiger Pfarreien die wirtschaftliche Situation des Domkapitels. Im Dom beigesetzt (Grabplatte 1983 bei Bauarbeiten entdeckt).
  • 2) Friedrich von Grafeneck, Lebensdaten unbekannt, Bischof von Augsburg 1413/14. Entstammte einem schwäbischen Ministerialengeschlecht aus Grafenegg bei Münsingen. Vor seiner Ernennung (25.9.1413) Abt des ungarischen Benediktinerklosters Szerad. Absetzung während des Schismas durch Papst Johannes XXIII. (24.9.1414), der Anselm von Nenningen berief. Friedrich leistete dagegen Widerstand, zog sich aber 1418 in seine ungarische Abtei zurück.
  • 3) Friedrich (II.), Graf von Zollern, * um 1450, † 8.3.1505 Dillingen, Bischof von Augsburg 1486-1505. Entstammte dem schwäbischen Zweig des Hauses Hohenzollern, Neffe von Bischof Johann (II.) von Werdenberg. Studierte an den Universitäten Freiburg und Erfurt. Vor seiner einhelligen Wahl seit 1483 Domdekan in Straßburg. Hielt vom 17.-24.10.1487 in Dillingen eine Diözesansynode ab. Förderer der Kunst, ließ den Dom im spätgotischen Stil ausgestalten. Ab 1500 mehrere Male Gastgeber Kaiser Maximilians I. in Augsburg. Lag mit der Stadt im Streit wegen der Verpfändung der Straßvogtei (Vogtei) und des Ausschlusses der Bürger vom Domkapitel. Unterstützte nachdrücklich die Klosterreform. Hinterließ bei seinem Tod geordnete Finanzen. Im Dom beigesetzt.
  • Bischof-von-Zollern-Platz, Zollernstraße (Oberhausen-Süd, Amtlicher Stadtplan H, I 7).

(1) Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Mittelalter, 1955, 249-274; Lothar Bakker, Untersuchungen im Hohen Dom zu Augsburg, in: Das archäologische Jahr in Bayern 1983, 155 f.; Peter Rummel, Die Augsburger Diözesansynoden, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 20 (1986), 15-20.
(2) Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Mittelalter, 1955, 362-367.
(3) Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Mittelalter, 1955, 482-535; Dictionnaire d’histoire et de géographie ecclésiastiques 24, 1993, 815 f.; Neue deutsche Biographie 5, 1961, 490; Peter Rummel, Die Augsburger Diözesansynoden, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 20 (1986), 25 f.; Volker Liedke, Die Augsburger Sepulkralskulptur der Spätgotik 3, 1987, 50-56; Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448-1648, 1996, 198-200.



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