Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Frickinger

Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1396-1508 in Augsburg nachweisbar; Herrenstube (Wappenzyklus 1457). Georg (I, † 1408), wohl ein Sohn des Nördlinger Ratsherrn Konrad Frickinger († 1375/79), erscheint nach Heirat 1396 kurzfristig in den Augsburger Steuerbüchern, blieb aber bis 1400 Nördlinger Bürger. Er folgte seinem Schwiegervater Johann (II) Rehm nach Ulm, wo er 1401 Bürgerrecht erwarb und zum Patriziat zählte. Sein Sohn Andres (* um 1400/05, † 1477) erwarb 1427 durch Heirat Augsburger Bürgerrecht. Anfangs Mitglied der Kaufleutezunft, wechselte er 1445 aus politischen Motiven zu den Salzfertigern. 1443 im Alten, 1445 im Kleinen Rat, 1446 Dreizehner und Baumeister. Zwischen 1448-1467 siebenmal Stadtpfleger. Verfügte über großen politischen Einfluss, der u. a. auf Verwandtschaft mit führenden Ulmer und Nördlinger Politikern und gute Beziehungen zum Kaiserhof zurückzuführen ist. Mit seinem Schwiegersohn Joh. (III) Vittel zählte er zu den entschiedenen Gegnern des Bürgermeisters Ulrich Schwarz. Sein Sohn Andres (II, † 1508/09?), ebenfalls Mitglied der Salzfertigerzunft, trat weder politisch noch wirtschaftlich hervor. Der ältere Bruder des Stadtpflegers, Georg (II, † 1477), übersiedelte von Ulm nach Regensburg, dort bis 1447 als Bürger bezeugt; ab 1449 in Augsburg nachweisbar. Einer seiner Enkel war der Jurist Konrad Peutinger.
  • Frickingerstraße, benannt nach Andres Frickinger (Rosenau- und Thelottviertel, Amtlicher Stadtplan I 9).

Hermann Frickhinger, Genealogie der Familie Frickhinger in Nördlingen, 1907; Neue deutsche Biographie 5, 1961, 435; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 142, 196, Anh. 67-155.



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