Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Franck

Künstlerfamilie

Von: Dr. Tilman Falk (1) / Dr. Gode Krämer (2) / Dr. Rolf Biedermann (3) (Stand: 21.5.2013)

  • 1) Hans Ulrich, * um 1590/95 Kaufbeuren, † 1675 Augsburg, Maler, Zeichner, Radierer. Übersiedelte 1637 bereits als Witwer nach Augsburg. 1638 Meisterrecht. Trauzeuge Johann Heinrich Schönfelds. Von seinen Gemälden (die Quellen nennen auch Porträts) ist wenig erhalten (gesicherte biblische Werke in Kaufbeuren, München, Warschau). Sein Hauptwerk ist die einzigartige Serie von 25 Radierungen zum Dreißigjährigen Krieg (1643, 1656), die das Geschehen aus der Sicht der Unterdrückten und Leidenden schildern. Unter seinen 35 erhaltenen, phantasievollen Zeichnungen finden sich zahlreiche Entwürfe für Goldschmiede.

  • 2) Franz Friedrich, * 1627 Kaufbeuren, † 1687 Augsburg, Maler. Sohn von 1). Lehre beim Vater. Weiterbildung in Italien. 1665 Heirat und Meisterrecht in Augsburg. Seine Konversion zum Protestantismus dürfte der Grund dafür sein, dass religiöse Bilder von ihm in den evangelischen Kirchen St. Anna (’Joseph begrüßt Jacob in Ägypten’, 1674) und vor allem St. Ulrich (Altarbilder und 25 Gemälde an der Emporenbrü­stung) zu finden sind. Stetten erwähnt drei weitere im evangelischen Waisenhaus. Neben figürlichen Kompositionen, die unter dem Einfluss Schönfelds entstanden, schuf er Stilleben und Allegorien. Als Künstlerpersönlichkeit noch nicht genügend gewürdigt. Merkwürdigerweise sind kaum Zeichnungen von ihm bekannt. Fünf Stilleben und zwei Porträts in den Kunstsammlungen Augsburg.

  • 3) Johann, * Kaufbeuren, † Augsburg, Kupferstecher, Radierer. Sohn von 1), in dessen Werkstatt er wohl seine Ausbildung erhielt. 1659-1690 in Augsburg und Nürnberg tätig. Stach vor allem Porträts, auch Architekturprospekte sowie mit Susanne Sandrart und Johann Meyer eine Folge der schönsten römischen Gärten. Joachim von Sandrart, für dessen 'Teutsche Academie' (1675) er zahlreiche Illustrationen stach, rühmte seinen 'geduldigen Grabstichel' und seine 'anmutige Zierlichkeit'.

(1) Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 12, 1916, 347; Albert Haemmerle, Die Radierungen des Hans Ulrich Franck, 1923; Augsburger Barock, 1968, 105 f., 181-187; Hollstein’s German Engravings, Etchings and Woodcuts 8, 1968, 164 ff.; Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, 34-39; Tilman Falk, Eine Gruppe von Zeichnungen des Hans Ulrich Franck, in: Pinxit, sculpsit, fecit, 1994, 111-121; Allgemeines Künstlerlexikon 44, 2005, 41 f.
(2) Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg 1, 1779, 199; Augsburger Barock, 1968, 104 f.; Deutsche Barockgalerie. Katalog der Gemälde, 21984, 76; Andreas Link, Augspurgisches Jerusalem. 2009; Allgemeines Künstlerlexikon 43, 2004, 446.
(3) Georg Kaspar Nagler, Neues allgemeines Künstler-Lexikon 5, 21905, 123 f.; Felix Joseph Lipowsky, Baierisches Künstler-Lexikon, 1810; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 12, 1916, 350; Hollstein's German Engravings, Etchings and Woodcuts 8, 1968, 180; Allgemeines Künstlerlexikon 43, 2004, 450 f.

Hans Ulrich Frankh: Der Dreißigjährige Krieg



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