Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Forster

Von: Dr. Horst Jesse (1) / Ulrich Kirstein (2) (Stand: 26.8.2009)

  • 1) Johann (Förster, Forstheim), * 10.7.1496 Augsburg, † 8.12.1556 Wittenberg, evangelischer Theologe, Hebraist. Sohn eines Schlossers. Ab 1515 Theologiestudium in Ingolstadt, Hebräischstudien bei Johannes Reuchlin. 1522 Hebräischlehrer in Zwickau. Seit 1530 Schüler Luthers in Wittenberg, an dessen Bibelübersetzung er mitwirkte. 1535 in Augsburg Pfarrer an St. Johannes (Dompfarrei), 1537 an Heilig Kreuz. Arbeitete mit Martin Bucer an der Augsburger Kirchenordnung von 1537 und war zusammen mit ihm auch beteiligt am Ausgleich zwischen Lutheranern und Zwinglianern im Abendmahlsstreit. 1538 als strenger Lutheraner angesichts der Vorherrschaft der Zwinglianer aus Augsburg ausgewiesen. 1539-1541 Professor für Hebräisch in Tübingen. 1542 Vertreter Osianders und Verwalter der Propstei St. Lorenz in Nürnberg, 1543 Hofprediger in Schleusingen (Grafschaft Henneberg), 1548 Superintendent in Merseburg. Ab 1549 Professor für Hebrä­isch und Prediger an der Schlosskirche in Wittenberg. Freundschaft mit Melanchthon. Als sein Hauptwerk gilt das ’Dictionarium hebraicum novum’ (1557, 21564), ein hebräisch-lateinisches Wörterbuch, das lange Zeit als grundlegend galt.
  • 2) Joachim, * um 1500 Augsburg, † 1579 Augsburg, Bildhauer, Goldschmied. Bruder von 1). 1516 Bildhauerlehre bei Johann Murmann d. Ä., danach Wanderschaft und Goldschmiedelehre in Bern. Bis zu seiner Rückkehr nach Augsburg 1554 meist an ausländischen Fürstenhöfen tätig. Schwager von Christoph Weiditz. Sein Werk ist weitgehend unbekannt, mit Ausnahme zweier Medaillen mit der Darstellung seiner Eltern (Berlin) und einem Plakettenmodell der Fortuna von 1530/40 (Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe).

1) Joseph Friedrich Rein, Das gesamte Augspurgische Evangelische Ministerium in Bildern und Schrifften, 1749, 22; Lic. Foerster, Johann Forster, in: Zeitschrift für historische Theologie 39 (1869), 210-238; Allgemeine deutsche Biographie 7, 1878, 165 f.; Wilhelm Germann, D. Johann Forster, der hennebergische Reformator, 1894; Friedrich Roth, Augsburgs Reformationsgeschichte 2, 1904; Neue deutsche Biographie 5, 1961, 304; Hans Wiedemann, Augsburger Pfarrerbuch, 1962, 15; Bosls bayerische Biographie, 1983, 212; Horst Jesse, Die Geschichte der Evangelischen Kirche in Augsburg, 1983, 120 ff.; Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon 2, 1990, 72; Hans Roser, Johann Forster, Schüler von Johann Eck, in: Altbayern und Luther, 1996, 211-214.
2) Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 12, 1916, 224; G. Habich, Archiv für Medaillen- und Plakettenkunde, 1913, 152-160; Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance und Barock 2, 1981, 167.

Johann Forster



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