Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Flugschriften

Von: Dr. Ingeborg Salzbrunn / Redaktion (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Bis zum Entstehen der ersten kontinuierlich erscheinenden Augsburger Zeitung (Augsburger Abendzeitung) standen Flugschriften im Dienst aktueller Nachrichtenvermittlung (politische Ereignisse, Himmelserscheinungen, Sensationen). Flugschriften überschritten selten einen Umfang von 8 Blatt und das Quartformat, warben mit verkaufswirksamen Titeln und enthielten Holzschnitte. Sie erschienen als ’Bericht’, ’Copia’, ’Geschichte’, ’Sendbrief’, vor allem aber als ’Neue Zeitung’. Dank seiner Bedeutung als Druckerstadt und Nachrichtenbörse steht Augsburg im 16. Jahrhundert als Druckort von Flugschriften an erster Stelle. Berühmt wurde die bei Erhard Öglin 1508 gedruckte ’Copia der Newen Zeytung ausz Presillg Landt’ (über die südamerikanischen Entdeckungen). Nahezu alle namhaften Augsburger Drucker des 16. Jahrhunderts beteiligten sich an der Flugschriften-Produktion: Sigmund Grimm, Melchior Kriegstein, Michael Manger, Valentin Otmar, Melchior Ramminger, Heinrich Steiner und Philipp Ulhart. Auch Briefmaler und Formschneider stellten Flugschriften her. 1594-1615 gab Samuel Dilbaum, der bereits dem Berufsbild des Journalisten nahekam, zahlreiche Flugschriften heraus. Andreas Apergers etwa 80 zwischen 1620 und 1655 entstandene Flugschriften stellen die von der Presse unabhängige Lebensfähigkeit von Flugschriften unter Beweis.

Karl Schottenloher, Flugblatt und Zeitung, 1922; Eduard Gebele, Die ’Copia der Newen Zeytung ausz Presillg Landt’, 1926; K. d'Ester, Flugblatt und Flugschrift, in: Handbuch der Zeitungswissenschaft 1, 1940, 1041-1052; Adolf Dresler, Augsburg und die Frühgeschichte der Presse, 1952; Gert Hagelweide, Flugblatt und Flugschrift, in: Handbuch der Publizistik 3, 1969, 39-48; Michael Schilling, Der Augsburger Einblattdruck, in: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 381-404; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997.



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