Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Euler-Chelpin

Hans Karl (August Simon) von, * 15.2.1873 Augsburg, † 6.11.1964 Stockholm, Chemiker

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 1.9.2009)

  • Sohn eines Generals, der bald nach seiner Geburt nach München versetzt wurde. Schulbesuch in Augsburg (Königliche Realschule, später Holbein-Gymnasium), in Würzburg und Ulm, Abitur 1891 in München. 1891 zunächst Studium an der Münchner Kunstakademie. Seit 1893 Studium der Chemie in München und Berlin (Promotion 1895). Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten in Göttingen (1896/97) und Stockholm (ab 1897), dort 1899 Habilitation und Privatdozent. Nahm 1902 die schwedische Staatsbürgerschaft an. 1906 Ordinarius für Allgemeine und Organische Chemie an der Universität Stockholm. Während des Ersten Weltkriegs Dienst im deutschen Heer. 1922 Mitglied, 1943 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft der Naturforscher (Leopoldina). 1929 Direktor des neu geschaffenen Instituts für Vitamine und Biochemie der Universität Stockholm. Im gleichen Jahr mit Arthur Harder Nobelpreis für Chemie für die Erforschung der alkoholischen Gärung von Kohlenhydraten und die Rolle der dabei beteiligten Enzyme. 1941 Emeritierung. Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Stockholm (1914), Göttingen, München (1925) und Berlin (1942) sowie der französischen Académie des sciences (1947) und Ehrenmitglied American Academy of Arts and Sciences (1929). Ingesamt acht Ehrendoktorwürden. Während des Zweiten Weltkriegs in diplomatischer Mission für das Deutsche Reich tätig. Befasste  sich mit fast allen Bereichen der Chemie; so gelang es ihm u. a., die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Stoffgruppen, wie etwa Vitaminen, Hormonen, Enzymen, Antikörpern, Genen und Viren zu klären. Widmete sich nach seiner Emeritierung vor allem der Krebsforschung. 1958 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
  • Euler-Chelpin-Straße (1965, Lechhausen-Süd, Amtlicher Stadtplan M 8).

Isaac Asimov, Biographische Enzyklopädie der Naturwissenschaften und Technik, 1973, 447; Winfried R. Pötsch / Annelore Fischer / Wolfgang Müller, Lexikon bedeutender Chemiker, 1989, 141; Gelehrtes Schwaben, 1990, 154 f.; Lexikon der bedeutenden Naturwissenschaftler 1, 2003, 494 f.; Deutsche biographische Enzyklopädie 3, 22006, 180.

Hans von Euler-Chelpin



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