Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Eulentaler

(Ulentaler), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1264-1346 in Augsburg nachweisbar. Schon in den 1260er Jahren dürfte Konrad (I, † 23.3.1291/95) dem Rat angehört haben. Die erste Erwähnung eines Eulentaler als Stadtpfleger (1292/93) bezieht sich aber wohl auf dessen ältesten Sohn, Konrad (II, † 26.10.1314/17), der zu den bedeutendsten Politikern seiner Zeit zählte. Er amtierte, sieht man von einer unklaren Nennung 1297 (Stellvertretung?) ab, viermal als Stadtpfleger. Bekannt ist sein gespanntes Verhältnis zu Bischof Wolfhard; dagegen genoß er das Vertrauen Bischof Degenhards, der ihn zum Gubernator des maroden Klosters St. Ulrich und Afra bestimmte. Die Nennung als Gläubiger der Herzöge von Bayern kann als Indiz für kaufmännische Aktivitäten gewertet werden. Entwickelte, da ohne Nachkommen, eine umfangreiche Stiftertätigkeit: errichtete bei St. Moritz zwei Altäre mit Vikarien; bedachte das Heilig-Geist-Spital, St. Margareth und zuletzt das Kloster Rottenbuch mit Schenkungen. Die jüngeren, offenbar einer zweiten Ehe des Vaters mit einer Stolzhirsch entstammenden Brüder Heinrich, Berchtold, Konrad (III) und Friedrich treten kaum hervor. Nur Liupold († 26.9.1326/27), der in Bologna studiert hatte, machte als Kleriker Karriere; zuletzt Scholasticus bei St. Moritz. Geistliches Zentrum blieb St. Moritz auch für die nächste Generation: 1343 ist Ulrich Eulentaler († 1.1.1344/46) als Stiftsdekan bezeugt. Mit Johann Eulentaler, letztmalig erwähnt 1346, erlosch die Familie im Mannesstamm. Das Wappen der Eulentaler übernahmen (1348 belegt) die kognatisch verwandten Herwart (II).

Hans Herwarth von Bittenfeld, Die Eulentaler, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 20 (1893), 136-172; K. Sieber, Die Anfänge des Augsburger Patriziats bis zum Stolzhirsch-Aufstand, Zulassungsarbeit München 1968, 84-87; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, Anh. 221-224.



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