Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Drobisch

Karl Ludwig, * 24.12.1803 Leipzig, † 20.8.1854 Augsburg, Komponist, Kirchenmusiker

Von: Prof Dr. Friedhelm Brusniak / Günther Grünsteudel (Stand: 22.03.2011)

  • Besuch der Fürstenschule in Grimma. Ab 1821 Musikstudium in Leipzig. Ließ sich 1826 als Komponist in München nieder. Durch den Hoforganisten an St. Michael Caspar Ett Kontakt mit dem Cäcilianismus. 1833/36 Reisen nach Mittel- und Norddeutschland sowie Ungarn. 1837 Nachfolger Ernst Häusslers als Musikdirektor bei St. Anna. Seine zahlreichen Kirchenkompositionen, die den alten (’stile antico’) mit dem sinfonischen Kirchenstil verbinden, entstanden nicht nur für den protestantischen, sondern auch für den katholischen Gottesdienst. Drobischs katholische Kirchenmusikwerke waren vor allem aufgrund ihrer leichten Ausführbarkeit insbesondere im ländlichen Raum Süddeutschlands und Österreichs beliebt und weit verbreitet; etliche von ihnen erschienen auch im Druck. Die protestantische Kirchenmusik ist dagegen meist handschriftlich überliefert (Staats- und Stadtbibliothek Augsburg). Letzter Vertreter der Kirchenkantate; seine ’Pfingstkantate’ war Pflichtstück für angehende evangelische Kirchenmusiker in Sachsen. Machte Augsburg zu einer Hochburg der Oratorienpflege in Süddeutschland. Widmungskompositionen für die Augsburger Liedertafel. Seit 1846 korrespondierendes Mitglied der ‚Niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst‘. Starb an der Cholera. Am 7.3.1855 veranstaltete die Liedertafel zusammen mit der Singakademie eine Totenfeier zu Ehren Drobischs, deren Erlös der ‚Drobisch-Stiftung‘ zur Unterstützung begabter Musikstudenten zugutekam.

Wilhelm Heinrich Riehl, Karl Ludwig Drobisch, in: Ders.: Musikalische Charakterköpfe 3, 1878, 217-240; Musikalisches Conversations-Lexicon 3, 1873, 256; Ludwig Simmet, Festschrift zur Goldenen Jubel-Feier der Augsburger Liedertafel, 1893, 23 f.; Die Musik in Geschichte und Gegenwart 3, 1954, 824 f.; Musik in Bayern 1, 1972, 300; 2, 1972, 603-605; Clytus Gottwald, Die Musikhandschriften der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, 1974; Franz Krautwurst, Musik im 19. Jahrhundert, in: Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 609; Ders. / Wolfgang Zorn, Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg, 1989; Günther Grünsteudel, „Cantate Domino canticum novum“. Zur Geschichte der Musikpflege bei St. Anna, in: St. Anna – eine Kirche und ihre Gemeinde, 2011 [in Vorbereitung].



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