Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Butz

Unternehmerfamilie

Von: Günther Grünsteudel (1) / Franz Schreiber (2) (Stand: 5.5.2010)

  • 1) Wilhelm, * 23.6.1836 Augsburg, † 19.11.1903 ebenda. Entstammte einer mittelfränkischen Leinweberfamilie. Ab 1861 Teilhaber und kaufmännischer Leiter der 1855 von Eusebius Schiffmacher gegründeten Garnzwirnerei, die 1863 nach Göggingen verlegt wurde. Im selben Jahr Eintritt seines Vaters, des Garngroßhändlers Wilhelm Butz sen. (* 11.7.1810 Weißenburg, † 19.10.1880 Augsburg) in die Firma als stiller Teilhaber mit einer Einlage von 25.000 Gulden. Ende 1871 schied Schiffmacher aus der Geschäftsführung aus. Seit 1872 ’Zwirnerei- und Nähfadenfabrik Göggingen AG’ (ZNFG, Ackermann Nähgarne GmbH & Co), deren erster Vorstand Butz wurde; Kommerzienrat. Errichtete am 28.5.1887 nach dem Tod seiner Mutter, Luise Butz, geb. Hobach (* 11.10.1812 Oettingen, † 22.2.1887 Augsburg), zu Ehren seiner Eltern die Wilhelm-Butz’sche Familienstiftung (25.000 Mark) für bedürftige Familienangehö­rige und in zweiter Linie für wohltätige Zwecke (Waisenhäuser).
  • Butzstraße (1912, Göggingen-Nordwest und -Süd, Amtlicher Stadtplan G, H 11).
  • 2) Wolfgang (Ulrich Joachim), * 6.7.1903 Augsburg, † 10.5.1971 Augsburg. Enkel von 1). Sein Vater, Wilhelm Friedrich Emil Butz († 21.4. 1939), war seit 1903 Nachfolger des Großvaters als Vorstand der ZNFG. Studium der Volkswirtschaft und Staatswissenschaft in München. 1928 Promotion und Eintritt in die ZNFG. Vorstandsmitglied der ZNFG und, nach Fusion mit der Zwirnerei Ackermann (1957), der ’Ackermann Göggingen AG’ bis 1965. 1931-1933 und ab 1945 im Gögginger Gemeinderat, später auch im Kreis- und Bezirkstag. 1940-1959 Aufsichtsrat der Augsburger Localbahn. Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung in Bayern und des Frankfurter Wirtschaftsrats. Am 17.4.1966 Ehrenbürger der Marktgemeinde Göggingen.

(1) Anton Werner, Die örtlichen Stiftungen für die Zwecke des Unterrichts und der Wohltätigkeit in der Stadt Augsburg, 1899, 141, 145 f., 195; Hilde Rose, Ein Jahrhundert Gögginger Nähfaden, 1955, 21-33; Wolfgang Zorn, Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens 1648-1870, 1961, 169; Göggingen, 1969, 194 ff.
(2) Der Gögginger 1965, Heft 3, 3 f., 1966, Heft 2, 18 f.; Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft 26 (1971), 415.



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