Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Brauhaus S. Riegele KG

(Frölichstraße 26)

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1884 erwarb Sebastian Riegele († 1908) die Bierschenke ’Zum Goldenen Ross’ (Lit. B 243) am Königsplatz, nach dem Vorbesitzer auch ’Zum Kähn’ benannt. Sie entstand hier 1644, als Caspar Degmair auf das neuerworbene Anwesen die Bierschenkengerechtigkeit seiner bis dahin in der Bäckergasse 34 (Lit A 132a) betriebenen Brauerei ’transferierte’. An ihrem ursprünglichen Sitz ist die Brauerei seit dem 15. Jahrhundert belegt. 1904 übernahm sein Sohn Sebastian Riegele († 1947; Kommerzienrat) die Leitung der Brauerei. Da auch sie vom Durchbruch der Bürgermeister-Fischer-Straße und der anschließenden Umgestaltung des Königsplatzes betroffen war, entwickelte er schon bald Pläne für die Verlegung des Braubetriebs. Sie wurden 1911 nach Kauf des heutigen Betriebsgeländes am Hauptbahnhof in kürzester Zeit realisiert. Bald darauf erfolgte der Abriss der alten Brauerei und - auf arrondiertem Gelände - der Neubau des Riegele-Hauses mit den 1913 eingeweihten Bierhallen. In der Zwischenkriegszeit expandierte Riegele erneut: 1919 wurden die ’Mälzerei Huß’ und 1928 die ’Brauerei Alex. Stötter AG’ übernommen. Letzte Erwerbung war die ’Klosterbrauerei Oberelchingen’ (1954). Seit den 1960er Jahren wurde die Produktion um alkoholfreie Getränke erweitert. 1990 folgte die Markteinführung einer eigenen Mineralwassermarke (’Mozartquelle’), als das fast kochsalzfreie Wasser des hauseigenen Tiefbrunnens 3 (217 m, einziger Augsburger Mineralbrunnen) als natürliches Mineralwasser anerkannt (1989) wurde. Die Brauerei befindet sich noch heute in Familienbesitz (Familie Priller) und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter; der Getränkeausstoß liegt derzeit bei über 200.000 hl.

Das Buch mit alten Firmen der Stadt Augsburg, 1962, 53; Alte Firmen der Stadt und der Wirtschaftsregion Augsburg, 1993, 232 f.



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