Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Bogner

(Burggraf), Ministerialien- und Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1237-1286 in Augsburg nachweisbar. Stammvater ist wohl Otto ’Bogenharius’, der 1242 als Mönch im Kloster Kaisheim genannt wird. Sein mutmaßlicher Sohn Otto (II) Bogner († 1261/62) wird anfangs nur als Augsburger Bürger bezeichnet. 1246 belehnte ihn Gottfried von Hohenlohe mit einem Anwesen beim alten Burgtor (Imhofhaus). 1253-1260 ist er als bischöflicher Burggraf belegt und erscheint nun unter den ’milites’. Er ist auch als Förderer des Minnesängers Ulrich von Türheim nachweisbar, dem er die französische Vorlage für sein Epos ’Rennewart’ lieferte. Sein Sohn Friedrich († 1272/83), vermutlich schon Ende 1266 von König Konradin eingesetzt, ist 1267-1269 als Stadtvogt in Augsburg bezeugt. Nach dem Ende der Staufer Haupt der prowittelsbachischen Partei, der u. a. auch sein Bruder und zwei Stolzhirsch angehörten. Geriet dadurch in Gegensatz zur Ratsmehrheit, die unter Führung der nahe verwandten Schongauer stand. Diese übernahmen aufgrund wirtschaftlicher Überlegenheit von den Bognern 1262 das Burggrafenamt und wohl bald darauf auch das Anwesen am alten Burgtor; bei diesem Konflikt spielten also vielleicht auch persönliche Rivalitäten eine Rolle.

Gustav Ehrismann, Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgang des Mittelalters 2, 1935, 66 f.; Walter Groos, Beiträge zur Frühgeschichte Augsburgs 300-1300, 1973; Erich Maschke, Bürgerliche und adelige Welt in den deutschen Städten der Stauferzeit, in: Südwestdeutsche Städte im Zeitalter der Staufer, 1980, 9-27.



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