Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Bodenehr

Künstlerfamilie

Von: Dr. Rolf Biedermann / Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Der Stammvater der Stecherfamilie, der Kupferstecher und Schabkünstler Johann Georg Bodenehr d. Ä. (* 1631, † 1703 Augsburg), war Schüler von Pphilipp Kilian in Augsburg. Sein Hauptwerk ist die ’Geographica provinciarum Sueviae descriptio’ mit 56 Blättern; stach außerdem Porträts. Seine Söhne Georg Conrad, Moritz und Gabriel d. Ä. wurden seine Schüler. Georg Conrad Bodenehr (* um 1673 Augsburg, † 12.10.1710 Augsburg) stach Schlachtenstücke nach Georg Philipp Rugendas d. Ä., die Folge ’Annus Symbolicus’, 219 Kupferstiche zu Andrea Pozzos ’Der Mahler und der Baumeister Perspektiv’ und ein ’Neu inventiert französisch Lauber Buch’ (Ornamentstiche mit Ampeln, Leuchtern, Friesen etc.). Moritz (* 1665 Augsburg, † 1748 Dresden) wurde Hofkupferstecher des Kurfürsten von Sachsen; schuf vor allem Ansichten, Ornamentstiche, auch Porträts. Gabriel d. Ä. (* 8.2.1673 Augsburg, † 21.8.1765 Augsburg) übernahm 1716 den Kunstverlag von Johann Stridbeck. Wichtige Werke: die Zyklen ’Biblische Figuren’ und ’Europens Pracht und Macht’, eine Folge von Stadtansichten (200 Blätter) und ein ’Atlas Curieux’. Bis ins hohe Alter auch als Schriftstecher tätig. Sein Sohn Gabriel d. J. (* 1705, † 15.1.1792 Augsburg) lernte bei dem Augsburger Kupferstecher Christian Engelbrecht und speziell die Schabkunst bei Gottlieb Heiss. Schuf in Schabkunstmanier ca. 40 Bildnisse Adeliger (eine Folge von protestantischen Augsburgern) und das Bildnis seines 60-jährigen Vaters. Mitglied der Franciscischen Akademie. Johann Georg d. J. (* um 1691 Dresden, † 11.10.1730 Augsburg), ein Sohn von Moritz Bodenehr, war ebenfalls als Kupferstecher und Schabkünstler tätig. In seinem kurzen Leben schuf er einige gute Porträts, vor allem aber großformatige Thesenblätter in Schabkunstmanier für Johann Andreas Pfeffel. Neben dem Schrift- und Kartenstecher Johann Sigmund (* 1715, † 24.6.1776 Augsburg) sind noch drei weitere Mitglieder der Familie mit einzelnen künstlerischen Zeugnissen nachweisbar. Die Qualität des von Johann Andreas († 1777 Augsburg) im Stammbuch Gignoux (Kunstsammlungen Augsburg) überlieferten Aquarells lässt auf weitere künstlerische Tätigkeit schließen. Von Johann Thomas († 1783 Sahsin/Ungarn) ist ebenso ein Aquarell im Stammbuch Gignoux von 1766 erhalten. Ein Johann Konrad Bodenehr (Lebensdaten unbekannt) schuf eine Landkarte von Schwaben.

Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg 1, 1779, 47, 53, 408, 431; 2, 1788, 234, 241; Felix Joseph Lipowsky, Bayerisches Künstlerlexikon, 1810; Gottfried Johann Dlabacz, Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen 1, 1815, 182; Georg K. Nagler, Die Monogrammisten 2, 1860, 2755, 2816; Desiré Guilmard, Les maîtres ornamentistes, 1880; Katalog der Ornamentstich-Sammlung Berlin, 1894, 22; Georg K. Nagler, Neues allgemeines Künstlerlexikon 2, 21904, 19; Schweizerisches Künstlerlexikon 1, 1905, 157; 4, 1917, 45; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 4, 1910, 167; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997; Glas, Glanz, Farbe, 1997, 121-123.

Gabriel Bodenehr d.Ä.



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