Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Biller

(Bihler, Bühler, Büller), Gold- und Silberschmiedefamilie

Von: Dr. Hannelore Müller (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1637-1857 in Augsburg nachweisbar. Ihre wichtigsten Vertreter trugen maßgeblich zum internationalen Ansehen der Augsburger Goldschmiedekunst bei. Sie lieferten an die europäischen Fürstenhöfe formschöne, elegante Tafelservice ebenso wie aufwendige Silbermöbel oder prunkvolles Kirchengerät an die großen Stifte und Dome. Albrecht Biller (* 1653 Augsburg, † 1720 Augsburg, Meister 1681) fertigte zusammen mit seinen Brü­dern Johann Ludwig (I, * 1656 Augsburg, † 1732 Augsburg, Meister um 1684) und Lorenz (II, * 1649 Augsburg, † 1726 Augsburg, Meister um 1680) eindrucksvolle Geschirre für das Silberbuffet im Berliner Schloss, Möbel für den Dresdner Hof und andere deutsche Fürstenhäuser. Seine viel bewunderten Silbertische für die Münchner Residenz sind nicht erhalten. Albrecht Billers von französischen Vorbildern beeinflusste Ornamentstiche (1703, Neuauflage 1716) fanden weite Verbreitung. Johann Ludwig (II, * 1692 Augsburg, † 1746 Augsburg, Meister 1721) war, nach Stetten, der größte Künstler, der an der zweiten Bestellung des preußischen Hofs 1730/33 mitarbeitete; er soll dazu eine Riesenvase und zwei große Spiegelrahmen geschaffen haben. Als Ergänzung zum Goldservice des Münchner Hofs fertigte er zwei goldene Terrinen mit Surtouts. Erhalten sind die Goldgeräte aus dem Reiseservice der Zarin Anna Iwanowna in Petersburg. Johannes Biller (* 1696 Augsburg, † 1745, Silberarbeiter, Silberhändler, Juwelier; Meister 1724) arbeitete in beachtlichem Umfang an der zweiten Berliner Bestellung von 1730/33 mit und erwarb dadurch den Titel eines königlich preußischen Hofjuweliers.
  • Billerstraße (Links der Wertach-Nord, Oberhausen-Süd, Amtlicher Stadtplan H 7).

Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg, 1779, 480-484; Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 4, 1910, 29-31; Neue deutsche Biographie 2, 1955, 238; Sylvia Rathke-Köhl, Geschichte des Augsburger Goldschmiedegewerbes vom Ende des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, 1964, 44, 54, 84, 146; Augsburger Barock, 1968, 294-298; Helmut Seling, Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529-1868, 1980; Silber und Gold, 1994.



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