Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Bertschi

Buchmalerfamilie

Von: Ulrich Merkl (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Nikolaus d. Ä., * um 1490 Rorschach, † 1541/42 Augsburg, Buchmaler, Zeichner für Holzschnitt. 1511-1541 in Augsburger Steuerbüchern nachweisbar; selbstständiger Buchmaler, für Augsburger und auswärtige Auftraggeber tätig, so 1509/10 mit Leonhard Wagner für St. Gallen, um 1512 für Kloster Lorch, 1530/31 für Kaisheim. Ab etwa 1530 arbeitete höchstwahrscheinlich sein gleichnamiger Sohn in der Werkstatt mit. Verwendet neben modernem Dekor auch nach 1530 noch spätgotisches Rankenwerk. Derzeit sind 25 in seiner Werkstatt illuminierte Handschriften bekannt. Hauptwerke: Lorcher Graduale (1512, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. mus. fol. 61-63), darin Selbstbildnis mit seiner Frau Margarete Weller (in Augsburg bis 1568 nachweisbar); Gebetbuch für Bernhard von Waldkirch (1516, Bayerische Staatsbibliothek München, Clm 30.080); Chorbuch für Pfalzgraf Ottheinrich (1538, Bayerische Staatsbibliothek München, Mus. Ms. C). Die wenigen Exlibris-Holzschnitte Bertschis sind bedeutungslos.

  • 2) Nikolaus d. J., * um 1510, † 1575/76 Augsburg, Buch- und Briefmaler. Sohn von 1). Einzige gesicherte Werke sind kolorierte Wappenholzschnitte in einem Wappenbuch von 1526 (Bayerische Staatsbibliothek München, Cod. icon. monac. 308). Da Bertschi in Augsburger Steuerbüchern 1553-1575 nachweisbar-ist, müssen zahlreiche Werke unerkannt sein. Arbeitete wahrscheinlich in der väterlichen Werkstatt mit, wo er nach dem Tod des Vaters 1543 die letzte bekannte Handschrift der Werkstatt (Landesbibliothek Fulda, Aa 145) vollendet haben dürfte.

Josef Holenstein, Zur Forschung über den Buchmaler Nikolaus Bertschi von Rorschach, in: Zeitschrift für Schweizer Archäologie und Kunstgeschichte 16 (1956), 75-98; Allgemeines Künstlerlexikon 10, 1995, 157 f.



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