Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Augsburger Postzeitung

Von: Dr. Ingeborg Salzbrunn / Günther Grünsteudel (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Der ehemalige Geselle des evangelischen Druckers Jakob Koppmeyer, August Sturm, brachte seit 1687 in Konkurrenz zu dessen ’Wochentlich Ordinari-Post-Zeitung’ (Augsburger Abendzeitung) die katholisch orientierte und (fast) titelgleiche ’Wochentliche Ordinari-Post-Zeitung’ heraus. Seit 1717 erschienen fünf Ausgaben pro Woche. Nach Übernahme durch Joseph Anton Moy d. Ä. († 1813), einem Verwandten der Familie Sturm, wurde die Augsburger Postzeitung ab 1766 zur führenden Zeitung im süddeutsch-österreichischen Raum. Der 1780 von Moy eingesetzte evangelische Schriftleiter Tobias Brandmüller (* um 1740, † 1812), Lehrer am Gymnasium bei St. Anna, machte die Augsburger Postzeitung zu einem beliebten Nachrichtenorgan für alle Stände. Bei grundsätzlicher Bindung an Kaisertum und katholische Kirche markiert die Ära Moy-Brandmüller dennoch den Beginn einer eigenständigen Meinungsbildung. Die (seit 1787) ’Augspurgische Ordinari Postzeitung’ erreichte um 1800 mit etwa 12.000 Exemplaren ihre höchste Auflage. Seit etwa 1810 Niedergang u. a. wegen der Zensurbestimmungen in Bayern (1808), verlorener Absatzgebiete in Österreich und ungünstiger Posttarife. 1833 Umbenennung in Augsburger Postzeitung. Seit 1840 im Besitz Friedrich Carl Kremers, wurde die Augsburger Postzeitung 1858 mit kirchlicher Unterstützung von Max Huttler († 1887) erworben, unter dessen Führung sie wieder überregionale Bedeutung erlangte. Nach dessen Tod Übergang an das Literarische Institut von Haas und Grabherr (Augsburger Druck- und Verlagshaus). Chefredakteur Adolf Haas verfolgte eine konservative Linie, welche bis zur Auflösung der Augsburger Postzeitung 1935 unter dem Motto ’Bewahrung des Erbes der großdeutschen Idee auf christlich-nationaler Grundlage’ beibehalten wurde. Beilagen: Das Frauenblatt, Unterhaltungs- und Sonntagsbeilage (alle 1922), Schwä­bische Woche (1924), Landwirtschaftliche Beilage (1924), Soziale Rundschau (1925).

Hermann Hart, Geschichte der Augsburger Postzeitung bis 1838, Diss. München 1934; Karl Feistle, Geschichte der Augsburger Postzeitung 1838-1871, Diss. München 1949; Gerhard Hetzer, Presse und Politik 1890-1945, in: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 1135-1157; Paul Hoser, Max Huttler als Zeitungs-und Buchverleger, in: ebenda, 1019-1032; Josef Mančal, Zu Augsburger Zeitungen vom Ende des 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in: ebenda, 685-702.



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