Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Aperger

Andreas, * um 1595 Rosenheim ?, † 3.10.1658 Augsburg, Buchdrucker

Von: Dr. Hans-Jörg Künast (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Ab 1617 Lohndrucker für Nikolaus Heinrich und Johannes Hertzroy in München sowie für Sebastian Müller und den Verlag Ad insigne pinus in Augsburg. Erwarb 1619 für 500 Gulden die Werkstattausstattung des Chrysosthomus Dabertzhofer. Seine Adresse 'Auf unser lieben Frauen Turm' (Frauentor) zeigt an, dass er das Amt des Stadtbuchdruckers innehatte. Als einziger katholischer Drucker in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist sein Verlagsprogramm weitgehend von jesuitischem Schrifttum geprägt. Eine wichtige Rolle spielten daneben 'Neue Zeitungen' und Flugschriften zu politischen und militärischen Zeitereignissen. Wissenschaftliche Literatur wie eine Erstausgabe von Kepler und Prachtausgaben wie die 'Fuggerbildnisse' von Custos und Kilian bilden die Ausnahme. Musste während der schwedischen Besatzung 1632-1635 die Stadt verlassen. Gute Kontakte zu den Jesuiten und zum katholischen Patriziat verhalfen ihm zu kaiserlichen Privilegien. Die wichtigsten betrafen den Kalenderdruck, weshalb es zu juristischen Streitigkeiten mit anderen Druckern und Briefmalern kam. Von Aperger sind rund 350 Drucke nachgewiesen. Seine Witwe Veronika führte die Offizin bis 1663 weiter (30 Drucke), ehe sie am 22.4.1663 für 600 Gilden an den Schwiegersohn Simon Utzschneider überging.

Josef Benzing, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet, 21982, 21 f.; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997



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