Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Amberger

Christoph, * wohl 1500/05 Kaufbeuren, † zwischen 1.11.1561 und 19.10.1562 Augsburg, Maler, Zeichner

Von: Dr. Tilman Falk / Günther Grünsteudel (Stand: 19.1.2012)

  • Unter der geringen Zahl bedeutender deutscher Maler der Generation nach Dürer und Burgkmair ist Amberger eine herausragende Figur. Seine Herkunft ist unbestimmt. Eine Lehr- oder Gesellenzeit bei Leonhard Beck in Augsburg, die früher angenommen wurde, ist der neueren Forschung (A. Kranz) zufolge unwahrscheinlich; eher in Frage kommt dagegen ein Aufenthalt in der Werkstatt Hans Malers in Schwaz (Tirol) bis 1529/30. 1530 Meistergerechtigkeit und Bürgerrecht in Augsburg aufgrund der Eheschließung mit Barbara, der Tochter Leonhard Becks (vier Söhne, die alle wohl beim Vater das Malerhandwerk erlernten). Zweite Eheschließung 1542/43 mit der Witwe Anna Rot (zwei Töchter). Amberger konnte sich in Augsburg als Maler schon früh etablieren, wobei die Quellen besonders häufige Dienste für die Fugger dokumentieren und die insgesamte Auftragslage in den 1540er und 1550er Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Seine eindeutige Stärke war das Porträt, bei dem er altdeutsche Strenge mit südländischer Wärme verschmolz; zahlreiche Bildnisse Augsburger Patrizier und ihrer Ehefrauen; 1530/32 malte er Kaiser Karl V. Unter seinen religiösen Werken ist das Augsburger Dombild (Dom) das bedeutendste, geschaffen 1554 als Ersatz für den im Bildersturm zerstörten Altar Hans Holbeins d. Ä. Etwa 30 Zeichnungen sind bekannt. Nur gelegentlich fertigte er Entwürfe für Holzschnitte.
  • Ambergerstraße (Wolfram- und Herrenbachviertel, Amtlicher Stadtplan L 9).

Ernst Haasler, Der Maler Christoff Amberger von Augsburg, 1893; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 1, 1907, 387 f.; Neue deutsche Biographie 1, 1953, 241 f.; Kindlers Malerei-Lexikon 1, 1964, 86-90; K. Löcher, Christoph Amberger als Zeichner, in: Münchner Jahrbuch der Bildenden Kunst 3. Folge 30 (1979), 42-80; Welt im Umbruch 2, 1981, 97-111, 212-217; Allgemeines Künstlerlexikon 3, 1992, 122-125; Joachim Kühnert, Bemerkungen zu einigen Patrizierbildnissen des Augsburger Renaissancemalers Christoph Amberger, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 91 (1998), 27-41; Annette Kranz, Christoph Amberger und einige Welser-Bildnisse des 16. Jahrhunderts, in: Die Welser, 2002, 409-448; Neithard Bulst ; Thomas Lüttenberg ; Andreas Priever, Abbild oder Wunschbild? Bildnisse Christoph Ambergers im Spannungsfeld von Rechtsnorm und gesellschaftlichem Anspruch, in: Saeculum 53 (2002), 21-73; Annette Kranz, Christoph Amberger - Bildnismaler zu Augsburg, 2004.

Christoph Amberger



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