Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Curtius

Ludwig, * 13.12.1874 Augsburg, † 10.4.1954 Rom, Archäologe

Von: Prof. Dr. Wolfgang Kuhoff (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Entstammte väterlicherseits einer aus München zugezogenen Ärztefamilie. Studierte nach dem Gymnasium bei St. Stephan seit 1894 Jura, Volkswirtschaft und Philosophie in München und Berlin und seit 1896 Klassische Archä­ologie in München. 1899 Privatlehrer des Sohnes seines Lehrers Adolf Furtwängler, des späteren Dirigenten Wilhelm Furtwängler, und Assistent im Antiquarium (bis 1908). 1902 Promotion, 1907 Habilitation. 1904-1907 Teilnahme an den deutschen Ausgrabungen auf Ägina und im türkischen Boghazköj. 1908 außerordentlicher Professor und 1913 Ordinarius in Erlangen, 1918 in Freiburg/Breisgau, 1920 in Heidelberg. 1928 Berufung nach Rom als 1. Sekretär (Direktor) der dortigen Abteilung des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches; große Verdienste um das spätere Deutsche Archäologische Instituts u. a. durch Einrichtung der Photoabteilung. 1937 Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand durch die Nationalsozialisten; lebte weiterhin in Rom und unternahm von hier aus mehrere Reisen im Mittelmeerraum, meist zusammen mit Kronprinz Rupprecht von Bayern. Zahlreiche Ehrungen: 1921 außerordentliches und 1925 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 1927 Dr. iur. h. c. der Universität Camerino, 1928 Honorarprofessor der Universität Heidelberg, 1929 Socio effettivo der Accademia Reale dei Lincei, Roma, 1930 Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, 1932 korrespondierendes und 1935 wirkliches Mitglied der Pontificia Accademia Romana di Archeologia, 1935 korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und 1937 der Accademia Reale di Padova. 1952 Ritter des Ordens ’Pour le mérite’ und Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Beigesetzt auf dem Campo Santo Teutonico in Rom. 1990 wurde ein Hörsaal der Universität Augsburg nach ihm benannt.
  • Curtiusstraße (1973, Lechhausen-Süd, Amtlicher Stadtplan M 8; zuvor: Troeltschstraße).

Corolla zum 60. Geburtstag, 1937; Ludwig Curtius, Deutsche und antike Welt, 1950 (Autobiographie); Ernst Buschor, Ludwig Curtius, in: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1955, 166-168; Reinhard Herbig, Ludwig Curtius, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung 62 (1955), 185-200; Neue deutsche Biographie 3, 1957, 449; Guido Kaschnitz-Weinberg, Ludwig Curtius, 1958; Theodor Kraus, Bruno Bushart, Karl Schefold, Festreden zur Feier des 100. Geburtstags von Ludwig Curtius, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung 82 (1975), 3-20; Rudolf Horn, Ludwig Curtius, in: Antike Kunst 18 (1975), 3-9; Reinhard Lullies, Schriften von Ludwig Curtius, 1979; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 12, 1980, 282-297; Bernard Andreae, Kurze Geschichte des DAI in Rom dargestellt im Wirken seiner leitenden Gelehrten, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung 100 (1993), 29-31.

Ludwig Curtius



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