Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Bucer

Martin, * 11.11.1491 Schlettstadt, † 27./28.2.1551 Cambridge, evangelischer Theologe, Reformator

Von: Dr. Horst Jesse / Redaktion (Stand: 26.8.2009)

  • Ursprünglich Dominikaner, Anhänger des Erasmus von Rotterdam. Nach der Heidelberger Disputation von 1518 für die lutherische Sache gewonnen, trat er aus dem Orden aus. Unterhielt Kontakte zu Wolfgang Capito, Ulrich von Hutten und Franz von Sickingen. Seit 1523 Reformator in Straßburg, später in Ulm, Memmingen, Biberach und Köln. Gab dem evangelischen Kirchenwesen Struktur, schuf u. a. das Amt des Kirchenpflegers und die Vereinigung der Pfarrer zum Kirchenkonvent (’Kirchenordnung’, 1534). Baute in Straßburg das evangelische Schulwesen auf und gründete die dortige Universität. Begründete das Synodenwesen in der lutherischen Kirche. 1530 Mitverfasser der Confessio Tetrapolitana. Seit 1533 kritische Haltung gegenüber den Täufern. 1534-1537 wurde er mehrfach vom Rat nach Augsburg berufen, um das evangelische Kirchenwesen zu ordnen und den Abendmahlsstreit zwischen Lutheranern (St. Anna) und Zwinglianern (Barfüßer) zu schlichten. Erreichte 1536 in der sog. Wittenberger Konkordie eine Verständigung in der Abendmahlsfrage zwischen Luther und Oberdeutschland. 1537 maßgeblich beteiligt an der Augsburger evangelischen Kirchenordnung. 1538/39 Einführung der Konfirmation in der evangelischen Kirche. Um Ausgleich mit der alten Kirche bemüht, nahm er 1540/41 an verschiedenen Religionsgesprächen teil. 1549 Theologieprofessur in Cambridge (England); dort Mitarbeit am 'Book of Common Prayer', womit der auch die englische Gottesdienstordnung mitprägte. Neben Luther und Melanchthon bedeutendster deutscher Reformator.

Karl Wolfart, Die Augsburger Reformation in den Jahren 1533/34, 1901 (ND 1972), 27, 59, 103, 116-123; Friedrich Roth, Augsburgs Reformationsgeschichte 2, 1904, 365-367; Martin Bucer, Opera omnia, 1952 ff.; Neue deutsche Biographie 2, 1955, 695-697; Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts 12/2, 1963, 15-84; Horst Jesse, Die Geschichte der Evangelischen Kirche in Augsburg, 1983, 115-118; Gottfreid Hammann, Martin Bucer, 1989; Martin Bucer, 1991; Hartmut Joisten, Der Grenzgänger Martin Bucer, 1991; Theologische Realenzyklopädie 7, 1993, 258-270; Rudolf Dellsperger, Bucer und Musculus, in: Martin Bucer and Sixteenth Century Europe 1, 1993, 419-427; Gottfried Seebass, Martin Bucer und die Reichsstadt Augsburg, in: ebd. 2, 1993, 479-491; Andreas Gäumann, Reich Christi und Obrigkeit. Eine Studie zum reformatorischen Denken und Handeln Martin Bucers, 2001; Volkmar Ortmann, Reformation und Einheit der Kirche. Martin Bucers Einigungsbemühungen bei den Religionsgesprächen in Leipzig, Hagenau, Worms und Regensburg 1539-1541, 2001; Holger Pils / Stephan Ruderer / Petra Schaffrodt, Martin Bucer (1491-1551). Bibliographie, 2005; Martin Greschat, Martin Bucer. Ein Reformator und seine Zeit, 22009.

Martin Bucer



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