Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Ausländer

Von: Prof. Dr. Karin Thieme (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Das industriell-gewerbliche Arbeitsplatzangebot in Augsburg zog seit Beginn der 1960er Jahre viele ausländische, insbesondere türkische Arbeitnehmer in die Stadt. Die Hauptwelle der Zuwanderung vollzog sich bis zum Anwerbestop 1973. Damals lebten in Augsburg ca. 26.100 ausländische Mitbürger (davon etwa 8100 Türken). Die türkische Bevölkerungsgruppe macht auch heute noch den Großteil der in Augsburg lebenden Ausländer aus. Mit derzeit rund 17.000 Personen stellen sie über 6 % der Gesamtbevölkerung bei einem durchschnittlichen Ausländeranteil von etwa 16 %. Als in den 1970er und 1980er Jahren die Bevölkerungszahlen, ebenso wie in vielen anderen Großstädten, stagnierten bzw. rückläufig waren, wurden die Bevölkerungsverluste in der Hauptsache durch den Zuzug ausländischer Familienangehöriger und deren höhere Geburtenzahlen kompensiert. Neben der türkischen Bevölkerung sind es vor allem italienische Staatsbürger und Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien, die den Hauptanteil ausländischer Mitbürger ausmachen. Ihre Wohnquartiere konzentrieren sich auf diejenigen Stadtteile, die in der Nähe großer Betriebsansiedlungen liegen (z. B. Oberhausen, Lechhausen, Textilviertel). Viele ausländische Mitbürger sind in eigenen Kultur- und Sportvereinen organisiert. Die Grundsteinlegung für ein islamisches Kulturzentrum der moslemischen Gemeinde erfolgte im Juni 1995. Daneben war Augsburg in den letzten Jahren auch von einem starken Zuzug Asylsuchender gekennzeichnet. Im Juni 1995 lebten ca. 2000 Asylanten in Augsburg, die zu fast einem Viertel aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawien stammen. Die Zahl der Asylbewerber aus anderen europäischen Staaten ist stark rückläufig. Einen hohen Prozentsatz bilden Asylbewerber aus asiatischen und afrikanischen Staaten (z. B. Vietnam, China, Indien, Sri Lanka, Algerien, Nigeria, Togo). Ihre Wohnunterkünfte sind über die Stadt verteilt und konzentrieren sich auf übergangsweise genutzte Kasernen- und Industriegebäude.

Arno Ruile, Ausländer in der Großstadt, 1984; M. Klopf, Ausländerarbeit in Augsburg, in: Türkische Arbeiterwanderung und Stadtentwicklung, 1989, 77-88; Ulrich Klingshirn, Ausländerpolitik und Rückwanderung, 1992.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0