Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Brander

Georg Friedrich, * 28.11.1713 Regensburg, † 1.4.1783 Augsburg, Präzisionsmechaniker

Von: Inge Keil (Stand: 18.8.2009)

  • Der Kaufmannssohn studierte in Nürnberg, v. a. bei dem Mathematiker Doppelmayr, und ließ sich 1734 in Augsburg nieder, wo er einen naturwissenschaftlich interessierten Freundeskreis (Joseph von Halder, Johann Jakob Haas, Christoph Heinrich Weng, Johann Andreas Stein, Johann Andreas Maschenbauer u. a.) und gute Handelsverbindungen fand. Baute vielerlei wissenschaftliche Geräte, darunter 1737 das erste deutsche Spiegelteleskop (Metallspiegel), 1775 den Sternfinder. Seine äußerst genauen Glasmikrometer (um 1760) stellten eine bedeutende Verbesserung für verschiedene Meßinstrumente dar. Ließ 31 Beschreibungen seiner Instrumente drucken. Ein lebhafter Briefwechsel, u. a. mit Johann Heinrich Lambert, gab ihm Anregungen für seine Arbeit. Qualität und Prä­zision seiner Geräte brachten Brander an die Spitze der deutschen und europäischen Instrumentenmacher. Trotz Berufungen nach St. Petersburg, Wien, Paris und München blieb er in Augsburg und heiratete 1754 die Tochter des Magisters Daniel Thenn, Sabine Barbara. 1759 Gründungsmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die er mit Geräten ausstattete (heute im Deutschen Museum, München). War um 1780 an der Gründung der Augsburger Gesellschaft zur Förderung der Künste (Paul von Stetten) beteiligt. Instrumente in Augsburg im Maximilianmuseum und im Gymnasium bei St. Stephan. Werkstatt ab 1759 in der Grottenau (Lit. D 203). Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Christoph Caspar Höschel. Unter seinem Enkel erlosch die Firma nach 1820. Begraben im Thennschen Grab auf dem Protestantischen Friedhof.
  • Branderstraße (Links der Wertach-Süd, Amtlicher Stadtplan H, I 7).

Neue deutsche Biographie 2, 1953, 518; Maximilian Bobinger, Alt-Augsburger Kompassmacher, 1966, 194-200, 218-221; Georg Friedrich Brander, 1983; Gregor Helms, Georg Friedrich Brander und St. Stephan, in: Stephania 55 (1983), 47-54; Ansgar Rabenalt, Briefe Georg Friedrich Branders an Placidus Fixlmiller [...], in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 96 (1985), 144-195; Fine scientific instruments, Christie’s Auktionskatalog, 13.12.96, 62 f; Keil, Inge, Augustanus Opticus, 2000, 191-197; Sofia Talas, Jacques Barthélémy Micheli du Crests Thermometer und seine Beziehungen zu Georg Friedrich Brander in Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 94 (2001), 177-221; Oliver Hochadel, Öffentliche Wissenschaft. Elektrizität in der deutschen Aufklärung, 2003; Inge Keil / Ewa Wyka, Georg Friedrich Brander (1713-1783), Mechanicus in Augsburg and the King of Poland, Stanislaw August Poniatowski (1732-1798) and his collection of scientific instruments, in: East and West – The common European heritage, 2006, 29-34 und Farbabbildung C5; Inge Keil, Microscopes made in Augsburg, in: From makers to users, 2007, 43-71.

Georg Friedrich Brander



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