Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Augsburger Marienklage

Von: Dr. Christoph Roth (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Passionslied (13. Jahrhundert). Die von Wackernagels Edition herrührende Bezeichnung Augsburger Marienklage ist irreführend. Es handelt sich nicht um einen Klagemonolog Marias unterm Kreuz, wie er auch in Passionsspielen Aufnahme fand, sondern um ein Marienlied ('Maria klag diu was so groz'). Außerdem ist die Inanspruchnahme für Augsburg zweifelhaft, da sich das Lied außer in der Sammlung des Augsburger Webers Simprecht Kröll von 1519 (Universitätsbibliothek Heidelberg, Cpg 109) auch in zahlreichen weiteren, zum Teil erheblich älteren Handschriften erhalten hat und so auch unter den Namen 'Weimarer' und 'Wiblinger Marienklage' bekannt ist. Sicher scheint aber, dass das Lied noch im 13. Jahrhundert im oberdeutschen Raum entstanden ist. In den meisten Fällen, so auch im Augsburger Codex, ist es mit dem Passionsgedicht 'Do christ mit sinen jungern az' vergesellschaftet. Beide Lieder bestehen aus je 11 Strophen zu 12 paargereimten Verszeilen, beide zeigen eine ähnliche Struktur mit Wechsel von Erzählung und Rede, beide enden mit demselben Aufruf des Publikums zum Gebet.

Philipp Wackernagel, Das deutsche Kirchenlied von den ältesten Zeiten bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts 2, 1867, 353-355, 612 f.; Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 1, 21978, 523 f., 7, 348-350; Dieter H. Meyer, Literarische Hausbücher des 16. Jahrhunderts, 1989, 319.



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