Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Augsburger Bär

(Pericallia matronula, Linnaeus, 1758)

Von: Dr. Eberhard Pfeuffer (Stand: 1.4.2010)

  • Größter europäischer Vertreter aus der Nachtfalterfamilie der Bärenspinner (Arctiidae). Bei Augsburg lebte der Augsburger Bär in den Lechauen. Seit etwa 100 Jahren gilt er hier als ausgestorben, nachdem sein Lebensraum – ein Mosaik aus vegetationslosen Arealen, freien und verbuschten Heideflächen sowie Auwäldern – als Folge der Flussverbauung verloren gegangen war. Heute gibt es in Mitteleuropa nur noch wenige und stark gefährdete Reliktvorkommen dieser Art. Der Nürnberger Naturforscher und Kupferstecher August Rösel von Rosenhof (1705-1759) bildete diesen Falter 1755 als erster in einem kolorierten Kupferstich ab (Tafel XXXIX der ‚Monathlich herausgegebene Insecten-Belustigung, Dritter Theil, Fig.1 u. 2). Er hatte ihn von einem Angehörigen der Augsburger Kupferstecherfamilie Ridinger, wahrscheinlich von Martin Elias Ridinger erhalten, weshalb er ihn ‚mein augsburgischer’ nannte. Der Name Augsburger Bär setzte sich in der Folgezeit sehr schnell durch, nachdem 1761 der Falter in ‚ Monatlich-herausgegebene Insecten-Belustigung, Vierter Theil’ (herausgegeben von Rösel von Rosenhofs Schwiegersohn Christian Friedrich Kleemann) ‚Augsburger Bärvogel’ genannt worden war. Frühe Abbildungen des Falters einschließlich seiner Raupe stammen von den Augsburger Schmetterlingsforschern Jacob Hübner (Sammlung europäischer Schmetterlinge, Tafel 32, 1800/03; Tafel 55, Fig. 239, 1803/08; Geschichte europäischer Schmetterlinge, Tafel 164, 1806) und Christian Friedrich Freyer (Beiträge zur Geschichte europäischer Schmetterlinge mit Abbildungen nach der Natur, Bd. 1, Tafel XLIV, 1828). Eine weitere Abbildung stammt von dem Augsburger Arzt und Miniaturmaler Joseph Ahorner von Ahornrain (Schmetterlinge, ihre Raupen, Futterpflanzen, Puppen, auch Eier, getreu nach der Natur gemalt in den langen Abendfeierstunden von 1794-1800).

Willi Kraus, Der Augsburger Bär, in: Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben 49 (1931), 81-87; Michael Achtelig, Augsburger Bär, in: Augsburger Stadtlexikon, 1998, S. 249; Eberhard Pfeuffer, Der Augsburger Bär (Pericallia matronula, Linnaeus, 1758), in: Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben 113 (2009), 49-57.

Augsburger Bär



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