Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Drentwett

Goldschmiedefamilie

Von: Dr. Gerlind Werner (1) / Dr. Hannelore Müller (2) (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Eine der bekanntesten und verzweigtesten Augsburger Goldschmiedefamilien.
  • 1) Balduin, * 1545, † 1627 Augsburg, Goldschmied, Medailleur. Aus Friesland stammend, Ahnherr der Goldschmiedefamilie. Kam wohl mit seinem Meister Andreas Attemstett (Altenstedt) vor 1576 nach Augsburg. Der bedeutendste Augsburger Porträtmedailleur der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg war auch in Baden und für Pfalz-Neuburg tätig, als Schwiegersohn des Rektors des Gymnasiums bei St. Anna Sixt Birck besonders häufig für die führenden Mitglieder der protestantischen Gemeinde. 1603 lieferte er an den bayerischen Hof Goldschmiedearbeit.
  • 2) Abraham (II), * 1647 Augsburg, † 1729 Augsburg, Goldschmied, Wachsbossierer, Zeichner für Stichvorlagen. Lehre bei seinem Vater Abraham (I). Meister um 1675. Schuf anspruchsvolles Kirchensilber (z. B. für evangelisch St. Ulrich in Augsburg und den Dom zu Breslau) und repräsentative profane Werke für viele deutsche Fürstenhöfe (z. B. Spiegelrahmen im Moskauer Kreml, einen heute in der Münchner Residenz aufbewahrten Lüster). Großen Raum nahm in seinem Schaffen die Silberplastik kleineren Formats ein (Kassel, München). In späteren Jahren wandte er sich ganz der Wachsplastik zu. 12 Reliefs sind in verschiedenen Sammlungen (Pommersfelden, Gotha, Braunschweig, Augsburg) erhalten. Daneben auch als Zeichner für Kupferstecher tätig. Von ihm stammte der Entwurf zum Antependiumsrelief der Taufe Christi in evangelisch St. Ulrich, das Albrecht Biller in Silber getrieben hat.
  • Drentwettstraße (Links der Wertach-Nord, Amtlicher Stadtplan J 7).

(1) V. Kull, Aus bayerischen Archiven, in: Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft 20 (1901), 37; G. Habich, Studien zur Augsburger Medaillenkunst, in: Archiv für Medaillen- und Plakettenkunde 1 (1913/14), 175-199; Ders., Die deutschen Medailleure des 16. Jahrhunderts, 1916, 232 ff.; Welt im Umbruch 2, 1981, 165 f.
(2) Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg 1, 1779, 440 f.; 2, 1788, 275; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 9, 1913, 549-552; Augsburger Barock, 1968, 79 f.; Helmut Seling, Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529-1868 3, 1980, 234 f.; W. Schwarz, Meister dreier Medien, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 86 (1993), 211-218; Silber und Gold, 1994, XIII.



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