Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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St. Antonspfründe

(Dominikanergasse 3-5)

Von: Prof. Dr. Rolf Kießling / Dr. Heinz Münzenrieder (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1410 von Lorenz Egen als privates Spital für zwölf arme oder gebrechliche Männer gegründet; Vergleichsurkunde mit dem Stift St. Moritz über die Pfarrei- und Begräbnisrechte der Kaplanei. Sein Sohn Peter dotierte sie weiter und versah sie 1445 mit einer detaillierten Ordnung zur Lebensführung, Versorgung und Aufsicht. Weitere Kapitalerhöhung 1532 durch die letzten Nachfahren, 1699 durch den Pfründenmeister Georg Reich und 1846 durch Maria Anna Provino (Provinostraße). Sozialreligiöse Stiftung mit Gut Rosshaupten und Liegenschaften in Gablingen und Vallried als grundherrschaftliche Basis bis zur Säkularisation. Das Stiftsgebäude des 1807 aufgehobenen Stifts (Alte Pfründe, Dominikanergasse 3) entstammt im Kern dem 16./17. Jahrhundert. Stiftungstafel an der Südseite der zugehö­rigen Kapelle St. Antonius. 1813 wurde die Pfründe, die katholischen Bürgern vorbehalten blieb, vom Magistrat übernommen. Mit Unterbrechungen bis 1965 Altersheim. Heute Domizil Augsburger Künstler (Ateliers, Werkstätten). Die selbstständige und von der Stadt Augsburg verwaltete Stiftung dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken. Mit den Stiftungserträgen (im wesentlichen erzielt durch die Vermietung des Anwesens der St. Antonspfründe) werden heute die von der Stadt verwalteten Stiftungsaltenheime unterstützt.

Das Stadtbuch von Augsburg insbesondere das Stadtrecht vom Jahre 1276, 1872, 270-286; Anton Werner, Die örtlichen Stiftungen für die Zwecke des Unterrichts und der Wohltätigkeit in der Stadt Augsburg, 1899; Rolf Kießling, Bürgerliche Gesellschaft und Kirche in Augsburg im Spätmittelalter, 1971, 227 f.; Wolfgang Wüst, Günzburg, 1983, 189 f.; Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650 - 1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 59 f., 138; Joachim Jahn, Augsburg Land, 1984, 530 f.



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